>> Kompetenzorientierte Aufgabenstellungen – Tendenzielle Darstellungweisen von Vergangenheit vergleichen: Nazismus, Stalinismus, Double Genocide und Holocaust Obfuscation als PDF

Das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung vom Nazismus jährte sich 2015 zum 70. Mal. Oberflächlich betrachtet sind sich alle einig, dass die Niederlage des Nazismus eine begrüßenswerte Tatsache ist. Nicht mehr ganz so eindeutig sieht diese Tatsache der ukrainische Ministerpräsident Jazenjuk in einem Interview im Jänner 2015 – ab Minute 20:40:

Drei Beispiele aus der vom Bayrischen Rundfunk vertonten Sammlung von Quellen aus der Zeit der Nazi-Herrschaft – Quellen Sprechen:

Ein Brief von Artur Szliferstejn, einem jüdischen Flüchtling, der über seine Ankunft im von der Roten Armee besetzten Teil Polens im Herbst 1939 berichtet: http://die-quellen-sprechen.de/04-022.html

Elena Kutorgiene-Buivydaite schreibt über die Erschießung von jüdischen GhettobewohnerInnen im Herbst 1941 in Kaunas (Litauen): http://die-quellen-sprechen.de/07-210.html

„Ponar heißt Tod“ – Aufruf vom 1. Januar 1942, verfasst von Abba Kovner, zur Gründung einer bewaffneten Widerstandsgruppe im Wilnaer Getto: http://die-quellen-sprechen.de/07-223.html

Wie sehr sich die Tendenz einer Darstellungsweise verändern kann lässt sich an Hand des folgenden „Information Films“ untersuchen, der im Auftrag der US-Regierung im Jahr 1943 nach dem Sieg der Roten Armee in Stalingrad erstellt und veröffentlicht wurde, er trägt den Titel: „Why We Fight – The Battle of Russia“

In der folgenden Dokumentation steht die 1922 geborene ehemalige jüdische Widerstandskämpferin Fanja Brankowskaja im Zentrum:

http://lizaruft.blogspot.co.at/

Informationen zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Litauen während der Besatzung durch Nazi-Deutschland (seit 1941):

Seit September 1941 musste ein Teil der jüdischen Bevölkerung aus dem Wilnaer Getto Zwangsarbeit verrichten. Zehntausende Jüdinnen und Juden, die über keinen „Arbeitsschein“ verfügten, wurden schon im Herbst 1941 nach Ponar getrieben und erschossen.

Der von den Nazis eingesetzte „Judenrat“ glaubte, durch strengen Gehorsam gegenüber den Nazis möglichst viele Getto- BewohnerInnen retten zu können. Vor allem jüngere BewohnerInnen des Gettos, die schon zuvor politisch aktiv gewesen waren, begannen hingegen damit, Widerstand zu organisieren. Im Januar 1942 wurde im Getto von Wilna von Mitgliedern unterschiedlicher politischer Gruppierungen die „Fareinikte Partisaner Organisatsije“ (FPO) gegründet. Dieser vom Kommunisten Yitzak Wittenberg geleiteten Widerstandsorganisation schloss sich auch Fania Brantsovskaya an. Die FPO plante einen bewaffneten Aufstand für den Fall, dass die Nazis das Getto „liquidieren“ sollten. Als Signalworte für den Beginn des Aufstandes wurde „Liza ruft“ vereinbart.

[…]. Kurz vor der „Liquidierung“ des Gettos flüchteten rund 100 Mitglieder der FPO und schlossen sich den sowjetischen PartisanInnen im Umland von Wilna an. Den Kern der sowjetischen PartisanInnegruppen bildeten Mitglieder der Roten Armee, die vor der Gefangenahme durch die Wehrmacht im Jahr 1941 in die Wälder geflohen waren. Jüdische Flüchtlinge bildeten die Mehrheit der PartisanInnen-Einheit „Rächer“, zu der aber auch nicht-jüdische Mitglieder aus Litauen, Polen, Weißrussland und Russland gehörten. Diese Einheit wurde vom ehemaligen FPO-Leiter Abba Kovner angeführt, sie stand allerdings wie die anderen PartisanInnen-Gruppen unter sowjetiscchem Oberbefehl. Der Kampf der PartisannInnen hatte nichts Romantisches. Mit Angehörigen feindlicher Gruppierungen oder Spitzeln wurde „kurzer Prozess“ gemacht. 1944 kam es zu einem Zusammenstoß zwischen den PartisanInnen und dem pro-faschistisch eingestellten „Selbstschutz“ des litauischen Dorfes Koniuchy, bei dem zahlreiche DorfbewohnerInnen ums Leben kamen. Diese zivilen Opfer des Partisanenkampfes stehen aber in kaum einem Verhältnis zu den rund 5.000 Dörfern, die von der Wehrmacht und der SS allein im angrenzenden Weißrussland dem Erdboden gleichgemacht worden waren.

Zentral für den Zugang der Dokumentation zur Geschichte des Holocaust ist die historische Erfahrung der jüdischen Opfer. Die Erfahrungen von Tod, Leiden und Verlust wollen wir um die Erfahrung „Opfer als Akteur_innen“ ergänzen. Bis in die 1980er Jahre dominierte das antisemitische Klischee, Juden und Jüdinnen hätten sich widerstandslos „wie die Schafe zur Schlachtbank“ führen lassen. Das Bewusstsein dafür, dass in allen größeren Ghettos Osteuropas bewaffnete jüdische Untergrundorganisationen existierten, wuchs allerdings nur langsam. An die 15 000 jüdische Partisanen und Partisaninnen waren allein in Ostpolen, Litauen und der westlichen Sowjetunion aktiv. Zugleich deutete sich an, dass die Shoah nicht nur die Geschichte der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik war, sondern auch die Geschichte von Selbstbehauptung und Widerstand jüdischer Männer, Frauen und Kinder. Wer diese waren und wie sich ihr Handeln genau gestaltete, blieb bis heute allzu oft im Dunklen.

[….] Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1989/90 begann die vorerst letzte Phase von Herausforderungen und Verarbeitungsversuchen. Der Unabhängigkeitsprozess, bei dem auch zahlreiche LitauerInnen jüdischer Herkunft beteiligt waren, war von einer Aufarbeitung des sowjetischen Menschenrechtsverletzungen und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Stalinismus begleitet. Rund 130.000 ZivilistInnen waren auf Stalins Befehl zwangsweise aus Litauen nach Sibieren umgesiedelt worden. Nach Stalins Tod wurden die meisten politischen Gefangenen entlassen und den Deportierten wurde die Rückkehr erlaubt.

Etwa 20.000 litauische anti-kommunistische Kämpfer wurden in Auseinandersetzungen mit der Roten Armee getötet oder hingerichtet. Auf der anderen Seite waren rund 13.000 ZivilistInnen nicht-jüdischer Herkunft von der von den Nazis eingestzten litauischen Verwaltung wegen „Kollaboration“ mit den Sowjets getötet bzw. hingerichtet worden.

In das anfängliche Nebeneinander der kollektiven Erinnerungen schlichen sich schnell Schiflagen ein. Die Erinnerung an die Shoah wurde im demokratischen Litauen politisch immer mehr umkämpft. Es dominiert die Vorstellung vom „doppelten Genozid“. Nach dieser Auffassung hätten die Sowjetunion und Nazideutschland gleichermaßen einen Völkermord verübt, und Litauen sei jeweils das Opfer gewesen. Exemplarisch dafür stehen die Worte des litauischen Außenministers Audronius Ažubalis stehen, der anlässlich des 70. Jahrestages der Wannsee-Konferenz sagte, zwischen Hitler und Stalin gebe es keinen Unterschied außer ihrer Schnurrbärte: der von Hitler sei kürzer gewesen.

[…] Selbstverständlich müssen die systematischen Menschenrechtsverletzungen in der Sowjetunion und die stalnistischen Verbrecchen weiter aufgearbeitet werden. Aber die stalinistischen Verbrechen unterscheiden sich qualitativ und quantitativ radikal vom Holocaust:

– Sie waren nicht rassistisch motiviert, sondern sozial und politisch. Es ging um die Bekämpfung von Mitgliedern der bürgerlichen Eliten, die Unterdrückung des antikommunistischen Widerstands und des Widerstands gegen Zwangskollektivierungen der Landwirtschaft.

– Das Trauma des Holocaust hat keine Entsprechung auf Seiten der nicht-jüdischen Mehrheitsgesellschaft. Von den 230.000 jüdischen LitauerInnen wurden 95 % ermordet. Diese beispiellose Effizienz verdankt sich der Mithilfe litauischer NationalistInnen und AntisemitInnen.

Das Filmprojekt ist also nicht nur eine Annäherung an das Leben einer kämpferischen Frau, eine Dokumentation der Shoah im Baltikum und eine Würdigung jüdischen Widerstands, sondern auch eine Intervention in aktuelle erinnerungs- und geschichtspolitische Debatten und Prozesse in Litauen wie in Deutschland (und Österreich).

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Das antike Rom

Veröffentlicht: 16. März 2013 in Antikes Rom, Geschichte 2. Kl
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Caesar walkingViele politische Begriffe stammen aus der römischen Antike, so sprechen wir von einer Republik, die Römer sprachen von der „res publica“. Das Römische Reich schließlich erstreckte sich vom Atlantik über Nordafrika bis in den Nahen Osten. Grund genug, sich mit der Geschichte des Antiken Rom zu beschäftigen.

>> Aufgaben zu – Das Antike Rom als PDF

 >> Die Provinzen des Römischen Reichs – Wirtschaft als PDF

Link zum Quiz über das antike Rom auf GoConqr:

https://www.goconqr.com/de/p/592592-Antike—Rom–Von-der-Republik-zum-Kaiserreich-quizzes?frame=true

>>> Wirtschaftliche Veränderungen – Capitalism, the Labor Movement & Marxism als PDF

 

>> Prezi ArbeiterInnenbewegung und Marxismus

> Podcast „This is Hell“ – Interview with Jodi Dean

>> Historian Yohuru Williams: The Haymarket Riot (1886) in 2 minutes

 

Die Maschinenstürmer

Schon in der frühen Phase der Industrialisierung kam es zu Protesten der Arbeiter_innen gegen lange Arbeitszeiten, gefährliche Arbeitsbedingungen und schlechte Bezahlung. Eine Vorgehensweise war die Sachbeschädigung an Maschinen, um die Wiederaufnahme der Arbeit durch Streikbrecher zu verhindern. Diese Taktik wurde auch als „bargaining by riot“ (= Gehaltsverhandlung durch Aufruhr) bezeichnet. Nach dem „Frame-Breaking Act“ von 1812 konnte in Großbritannien die Zerstörung von Webstühlen mit der Todesstrafe – als Höchststrafe – bestraft werden. Im Jahr zuvor waren 12.000 Soldaten gegen einen Aufstand von Textilarbeiter_innen in Nottingham eingesetzt worden.

 

Nach der – gescheiterten – Revolution von 1848: Die Entstehung der Gewerkschaftsbewegung und der Sozialdemokratischen Parteien

Das Strafgesetz von 1852 über Verabredungen von Arbeitern zeigt, dass sich schon zu dieser Zeit – um die Mitte des 19. Jahrhunderts – in Österreich Arbeiter_innen in unterschiedlichen Branchen zusammengeschlossen und durch Arbeitsniederlegungen versucht haben, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen (Arbeitssicherheit, Pausen etc.) zu erlangen. Nicht nur in Österreich, sondern in fast allen Industriegebieten weltweit, organisierten sich Arbeiter_innen im 19. Jahrhundert in – teilweise geheimen – Vereinen. Aus diesen Vereinen entstanden einerseits die Gewerkschaften und andererseits die Sozialdemokratischen Parteien.

Die Gewerkschaften gingen aus Kassen für gegenseitige Unterstützung hervor. Die ArbeiterInnen eines Betriebes zahlten einen kleinen Teil ihres Lohnes in eine Kassa ein. Wenn die ArbeiterInnen aus Protest ihre Arbeit niederlegten (= streiken), erhielten sie keinen Lohn vom Unternehmer. Diese fehlenden Löhne konnten dann aus den Ersparnissen der Kasse für eine gewisse Zeit ausgeglichen werden. Ebenso konnten arbeitslos gewordene Mitglieder unterstützt werden, bis sie wieder eine neue Anstellung gefunden hatten.

1864 trafen sich VertreterInnen von Gewerkschaften aus zahlreichen Ländern in London und gündeten die „Internationale Arbeiterassoziation“ (= Erste Internationale). Hier wurden Erfahrungen ausgetauscht und das politische Vorgehen diskutiert, dabei gab es zwei unterschiedliche Ansichten: Die Anarchisten wollten keine politischen Parteien gründen, sondern nur „reinen Klassenkampf“ in den kapitalistischen Betrieben führen, wofür sie Gewerkschaften gründen wollten. Die Anhänger_innen von Karl Marx waren für die Gründung politischer Parteien der Arbeiter_innen in allen Ländern der Welt nach dem Slogan: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“

In Deutschland wurde 1869 in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei gegründet. Die Führer der Sozialdemokratischen Partei in Deutschland, August Bebel und Wilhelm Liebknecht, wurden 1872 wegen Hochverrat zu je zwei Jahren Haft verurteilt. Sie hatten im Parlament gegen die Kriegserklärung Preußens gegen Frankreich 1870 protestiert. Die Popularität der Sozialdemokratie stieg immer mehr an, in den folgenden Jahren gewann sie zehntausende neue Mitglieder. Von 1878 bis 1890 wurde die Partei im Deutschen Reich verboten, aber auch das konnte ihr Wachstum nicht verhindern.

In Österreich gründete sich 1889 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Im selben Jahr gründeten Parteien aus 20 verschiedenen Staaten bei einem Treffen in Paris die „Zweite Internationale“. Folgende Forderungen wurden aufgestellt:

– Beschränkung der täglichen Arbeitszeit auf 8 Stunden (Achtstundentag). Für die Erreichung dieses Ziels  sollte jedes Jahr am 1. Mai weltweit gestreikt und demonstriert werden.

– Verbot der Kinderarbeit

– Sozialversicherung für Kranke und Arbeitslose

– Allgemeines und gleiches Wahlrecht für Männer und Frauen (= one man, one vote)

 

Als Mittel der politischen Auseinandersetzung wurden u.a. Streik (= Arbeitsniederlegungen), Demonstrationen und die Teilnahme an Parlamentswahlen vereinbart. In den Parlamenten sollten sich die Parteien für Gesetze einsetzen, die im Interesse der Arbeiter_innen und Angestellten sind.

Nachdem im November 1905 in Wien 250.000 Arbeiter_innen bei einer Demonstration das allgemeine Wahlrecht gefordert hatten, wurde dieses für die Wahlen im Jahr 1907 für Männer ab 24 Jahren eingeführt. Die Sozialdemokratie wurde mit 89 Abgeordneten (von rund 500) die größte Partei. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg 1914 hatte die Spzialdemokratie 117.000 Mitglieder (davon 1/7 Frauen), die Gewerkschaften hatten rund 500.000 Mitglieder.

>>> Geschichte: Vergangenheit und Gegenwart – Arbeiten mit Quellen und Darstellungen als PDF

Hier ein Kurs für die jüngeren Freundinnen und Freunde der Geschichte mit folgenden Lernzielen:

  • Ich verstehe den Unterschied zwischen Vergangenheit und Geschichte
  • Ich kann erklären, wie Vergangenheit und Gegenwart zusammenhängen
  • Ich kenne die wichtigsten Epochen, in die die Geschichte eingeteilt wird
  • Ich kenne die wichtigsten Quellengattungen
  • Ich kann erklären, wie wir Informationen über die Vergangenheit erlangen können
  • Ich kann Quellen und Darstellungen unterscheiden
  • Ich kann Quellenbezüge in Darstellungen erkennen
  • Ich kann Quellen sinnvoll befragen

Was ist Geschichte?

Wenn du jemanden neu kennenlernst und mehr über die Person erfahren möchtest, dann fragst du die Person wahrscheinlich nicht nur nach ihrem Namen. Du wirst vielleicht auch danach fragen, wann sie Geburtstag hat, welche Hobbies sie betreibt oder wo sie im Sommer den Urlaub verbracht hat. Wenn du dich für eine Person interessierst, dann interessierst du dich auch für die Geschichte dieser Person.

In der Geschichte als Wissenschaft ist es so ähnlich. Auf die Frage „Was ist Geschichte“ hat der -> Historiker Fernand Braudel folgende Antwort gegeben:

Geschichtsforschung ist nichts anderes, als die Befragung der Vergangenheit im Namen der Probleme und der Wissbegier der Gegenwart.“

Geschichte als Wissenschaft interessiert sich also für die Ereignisse in der Vergangenheit, die für unsere Gegenwart von Bedeutung sind. Um herauszufinden, wie die gegenwärtigen „Zustände“ entstanden sind, stellen wir Fragen an die Vergangenheit. Geschichte soll uns dabei helfen, unsere Gegenwart besser zu verstehen.

Historikerinnen  verfassen Texte über Ereignisse, die in der Vergangenheit stattgefunden haben. Einen solchen Text bezeichnen wir als eine -> Darstellung. Der Historiker Fernand Braudel hat gemeinsam mit einigen Kollegen eine solche -> Darstellung über die Geschichte des Mittelmeerraumes geschrieben: Die Welt des Mittelmeeres. Du wirst im Geschichteunterricht immer wieder die Gelegenheit erhalten, selbst als Historikerin bzw. als Historiker tätig werden.

Antike_Braudel_Mittelmeer_Titelbild

Woher wissen wir, was genau in der Vergangenheit passiert ist? Um das herauszufinden, müssen wir  -> Quellen untersuchen. Stell dir vor, du weißt nicht, wo genau deine Großmutter geboren wurde. Um das herauszufinden, brauchst du eine -> Quelle. Eine Möglichkeit ist, deine Oma persönlich zu fragen. Eine andere Möglichkeit ist, in der Geburtsurkunde deiner Großmutter nachzulesen. Wir beschäftgen uns später noch genauer mit -> historischen Quellen.

Eine -> Darstellung muss nicht unbedingt ein Buch oder ein Aufsatz sein. Auch eine Dokumentation als Film (eine sogenannte -> Doku) oder ein Radiobeitrag über die Vergangenheit sind -> Darstellungen.

Chronologie, Zeitrechnung

Auch andere Wissenschaften beschäftigen sich mit der Vergangenheit. Die Biologie beschäftigt sich zum Beispiel mit der Vergangenheit, wenn sie die Entstehung und Entwicklung der heute lebenden  Tiere oder Pflanzen untersucht. Die über 6 Milliarden Jahre alte Geschichte der Erde wird in unterschiedliche -> Erdzeitalter unterteilt. Die Geschichte beschäftigt sich im Unterschied zur Biologie nur mit der von Menschen gemachten Geschichte.

Da es für die Geschichte von großer Bedeutung ist, wann ein Ereignis stattgefunden hat, wie lange es gedauert hat und in welcher Reihenfolge einzelne Ereignisse passiert sind, müssen wir uns mit der -> Chronologie oder -> Zeitrechnung beschäftigen. Menschen haben schon vor Jahrtausenden damit begonnen, die Zeit zu messen und einzuteilen.

Unsere heutige Einteilung der Zeit geht zurück auf die ersten Kalender, die in -> Mesopotamien vor rund 5000 Jahren entstanden sind. Für die Mesopotamier war das -> Dutzend, also die Zahl Zwölf, die Grundrecheneinheit. Das Jahr wurde in 12 Monate eingeteilt, der Tag wurde in zwei mal 12 Stunden (= 24 Stunden) eingeteilt.

Unsere europäische Zeitrechnung ist im frühen Mittelalter entstanden. Das Geburtsjahr von Jesus Christus ist dabei das Jahr 0. Die Vergangenheit wird in eine Zeit vor Christus (v. Chr.) und eine Zeit nach Christus (n. Chr.) eingeteilt.

In anderen Zeitrechnungen wurden bzw. werden andere Jahre als das Jahr Null genommen. Die Zeitrechnung des Islam hat zum Beispiel das Jahr 622 n. Chr. als das Jahr Null. In diesem Jahr floh der Prophet Mohammed von Mekka nach Medina. Die antiken Römer nahmen das legendäre Gründungsjahr ihrer Stadt als das Jahr Null und zählten die Jahre „seit der Gründung der Stadt Rom“. Das Jahr 0 unserer Zeitrechnung war für die Römer das Jahr 753 seit der Gründung der Stadt. Wir bezeichnen das Gründungsjahr der Stadt Rom als das Jahr 753 v.Chr.

Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende

Wir fassen vergangene Jahre in Jahrzehnten (= 10 Jahre = eine Dekade), Jahrhunderten (= 100 Jahre) und Jahrtausenden (= 1000 Jahre) zusammen. Wir leben heute im 21. Jahrhundert n. Chr. bzw. im 3. Jahrtausend n. Chr.

Das erste Jahrhundert n. Chr. dauerte bis zum Jahr 100. Mit dem ersten Jänner des Jahres 101 begann das zweite Jahrhundert n. Chr., es dauerte bis zum Jahr 200 usw. Das erste Jahrtausend endete mit dem Jahr 1000. Am ersten Jänner des Jahres 1001 begann das 2. Jahrtausend. Seit dem ersten Jänner 2001 leben wir im 3. Jahrtausend.

Aufgabe 1: Vervollständige die Tabelle!

 Jahr Jahrhundert Jahrtausend
622 nach Christus 7. Jahrhundert n. Chr. 1. Jahrtausend n. Chr.
783 vor Christus 8. Jahrhundert v. Chr. 1. Jahrtausend v. Chr.
1492 nach Christus
333 vor Christus
1789 nach Christus
1914 nach Christus
Dein Geburtsjahr:________

Historische Quellen

Damit Historikerinnen und Historiker eine -> Darstellung vergangener Ereignisse herstellen können, müssen sie historische -> Quellen untersuchen. Eine -> Quelle für deine persönliche Geschichte ist zum Beispiel deine Geburtsurkunde. -> Quellen sind alle Überreste aus der Vergangenheit, die heute noch erhalten sind. Historiker schöpfen ihr Wissen über die Vergangenheit aus -> Quellen. Nicht aus jeder Quelle kann man dasselbe Wissen schöpfen. Deine Geburturkunde ist ein Beispiel für eine schriftliche Quelle. Sie enthält andere Informationen als ein Urlaubsfoto von dir. Aufgrund der verschiedenen Informationen, die wir aus Quellen erhalten können, teilen wir die Quellen in vier -> Quellengattungen ein:

Sachreste Schriftliche Quellen Bildquellen Mündliche Quellen
Von Menschen produzierte Gegenstände:

·  Waffen

·  Werkzeuge

·  Geschirr

·  Kleidung

·  (Reste von) Gebäuden:

–          Wohnhäuser

–          Burgen

–          Tempel

·     Inschriften auf Gebäuden, Gräbern,…

·         Urkunden

·         Gesetze

·         Protokolle

·         Zeitungsberichte

·         Tagebücher

·         Briefe

·         Höhlenmalereien

·         Gemälde

·         Karten

·         Zeichnungen

·         Graffiti

·         Fotos

·         Karikaturen

·         Plakate

·         Filmaufnahmen

·         Sagen

·         Lieder

·         Reden

·         Interviews

·         Radiobeiträge

·         Aussagen von Zeitzeugen

Aufgabe 2

  • Überlege dir, welche Informationen du aus einer Geburtsurkunde erhalten kannst!
  • Überlege dir, welche Informationen du aus einem Urlaubsfoto erhalten kannst!

Arbeiten mit Quellen: Wir fragen, Quellen antworten

Damit wir aus Quellen Wissen schöpfen können, müssen wir etwas über die Quelle in Erfahrung bringen.  Wir müssen zunächst herausfinden, wann die Quelle entstanden ist. Wenn -> Archäologen menschliche Skelette oder Gegenständen wie Werkzeuge ausgraben, wenden sie die -> Radiokarbonmethode an, um das Alter zu ermitteln.

Wir müssen aber noch weitere Fragen stellen, damit eine Quelle zu uns „sprechen“ kann. Es hängt also von deinen Fragen ab, welche Informationen die Quelle geben kann. Eine Quelle kann immer nur bestimmte Fragen „beantworten“.

Aufgabe 3: Vergleiche die Karte „Die Welt des Herodot“ mit der Europakarte in deinem Geografieatlas

Antike_Karte_Herodot_Europa_Asien_2

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>> Kompetenzorientierte Aufgabenstellung – Wirtschaftliche Veränderungen als Grundlage gesellschaftlichen Wandels: Die Industrielle Revolution als PDF

>> Link zu Prezi: Die Industrielle Revolution

  • AUFGABENSTELLUNG I:

>> Kompetenzorientierte Aufgabenstellung – Expansionsstrategien, Imperialismus: Die VOC („Dutch East India Company – ccwh_229) und die Entwicklung des Kapitalismus im 17. Jahrhundert als PDF

a) Fasse zusammen, wie im folgenden Beitrag die Bedeutung von europäischen Expansionsstrategien, staatlicher Regierung, Krieg und Handel für die Entstehung und Entwicklung des Kapitalismus dargestellt wird! (Crash Course World History #229)

b) DISKUSSION – Nimm Stellung zu den folgenden Aussagen und begründe deine Ansicht u.a. mit Hilfe der – im Crash Course World History #229 sowie im Unterricht – zur Verfügung gestellten Quellen und Darstellungen:

  1. Die Vorgehensweise der VOC ist ein Beispiel für die vom Historiker Howard Zinn angesprochene europäische Tradition der aggressiven Expansion, die von Columbus 1492 begonnen wurde.
  2. Die Vorgehensweise der VOC ist ein Beispiel für die Schattenseiten der über 500-jährigen Geschichte des Aufstiegs der „Western Civilization“ sowie des „System of Empire“ bis heute.
  3. Die Benennung eines Biers nach Columbus durch die Firma Stiegl im Jahr 2016 ist ein Beispiel aus Österreich dafür, dass ein unzureichendes Bewusstsein über die Schattenseiten der europäischen Geschichte vorhanden ist.

Zitat: Es gibt einfach so viel Neues zu entdecken auf dieser Welt. Wann hat man das letzte Mal etwas entdeckt, das man noch nie zuvor gesehen hat? […] um den Entdeckergeist zu wecken, heißt die jüngste Kreation von Chefbraumeister Christian Pöpperl „Stiegl-Columbus 1492“. […] 1492 wurde mit der Entdeckung Amerikas Geschichte geschrieben, zeitgleich wurde in Salzburg die Stieglbrauerei gegründet. So ist es natürlich kein Zufall, dass die neue Bierspezialität diesen klingenden Namen trägt.

Quelle: https://www.stiegl.at/de/presse/prastiegl-columbus-1492-das-bier-fuer-entdecker2016

  • AUFGABENSTELLUNG II:

a. ) Fasse zusammen, welche Faktoren – laut Crash Course World History #32 – dazu führten, dass die Industrielle Revolution sich in Großbritannien durchsetzen konnte! Berücksichtige „natürliche“ Faktoren wie Kohle sowie „gesellschaftliche“ wie die Lohnhöhe.

  • AUFGABENSTELLUNG III:

a.) Erörtere, warum im folgenden Beitrag die Themen Kapitalismus und Sozialismus in einer Folge behandelt werden! (Crash Course World History #33)

b.) Erkläre mit Hilfe der Informationen aus dem Crash Course World History #33 den Begriff Kapitalismus.

  • AUFGABENSTELLUNG IV:

Erkläre einige wichtige – im weiteren Sinne gesellschaftlichen – Veränderungen, die zusammen mit der Ausbreitung des Transportmittels der Eisenbahn vonstatten gingen. Erörtere die Bedeutung dieser Veränderungen dafür, dass sich die Industrielle Revolution (und der Kapitalismus) durchsetzen konnten! (Crash Course World History #214)

 

 

  • AUFGABENSTELLUNG V:

Überlege dir ein Konzept, wie aus der folgenden Dokumentation (beginnend ab Minute 18:00) „Die Entwicklung des Frühkapitalismus in Europa seit dem 16. Jahrhundert“ ein kurzweiliger „Crash Course World History“ gemacht werden könnte.

Welche Elemente der Dokumentation könntest du dafür verwenden?

Was würdest du weglassen und was müsstest du ergänzen?

>> Charakterisierung des Galileo Galilei – AUFGABE als PDF

> Bertolt Brechts Leben des Galilei als PDF

>> Aufgaben zu Brechts Leben des Galilei als PDF

 

Auf dieser Website können PDF-Dokumente zu MOBI-Dokumenten konvertiert werden: http://pdf2mobi.com/

Diese lassen sich auf einem kindle dann optimal darsellen.

 

 

Bertolt Brechts Leben des Galilei – die deutschsprachige Uraufführung fand im September 1943 in Zürich statt – als Hörbuch:

 

Dokumentation über Bertold Brecht aus der Serie „Große Europäische Dramatiker“ des Senders ARTE (2008)

 

>> AUFGABE: Grafiken aus Thomas Pikettys Captial in the 21st Century als PDF

 

 

It’s very nice to be here tonight.

0:13 So I’ve been working on the history of income and wealth distribution for the past 15 years, and one of the interesting lessons coming from this historical evidence is indeed that, in the long run, there is a tendency for the rate of return of capital to exceed the economy’s growth rate, and this tends to lead to high concentration of wealth. Not infinite concentration of wealth, but the higher the gap between r and g, the higher the level of inequality of wealth towards which society tends to converge.

0:48 So this is a key force that I’m going to talk about today, but let me say right away that this is not the only important force in the dynamics of income and wealth distribution, and there are many other forces that play an important role in the long-run dynamics of income and wealth distribution. Also there is a lot of data that still needs to be collected. We know a little bit more today than we used to know, but we still know too little, and certainly there are many different processes — economic, social, political — that need to be studied more. And so I’m going to focus today on this simple force, but that doesn’t mean that other important forces do not exist.

1:27 So most of the data I’m going to present comes from this database that’s available online: the World Top Incomes Database. So this is the largest existing historical database on inequality, and this comes from the effort of over 30 scholars from several dozen countries. So let me show you a couple of facts coming from this database, and then we’ll return to r bigger than g. So fact number one is that there has been a big reversal in the ordering of income inequality between the United States and Europe over the past century. So back in 1900, 1910, income inequality was actually much higher in Europe than in the United States, whereas today, it is a lot higher in the United States. So let me be very clear: The main explanation for this is not r bigger than g. It has more to do with changing supply and demand for skill, the race between education and technology, globalization, probably more unequal access to skills in the U.S., where you have very good, very top universities but where the bottom part of the educational system is not as good, so very unequal access to skills, and also an unprecedented rise of top managerial compensation of the United States, which is difficult to account for just on the basis of education. So there is more going on here, but I’m not going to talk too much about this today, because I want to focus on wealth inequality.

2:47 So let me just show you a very simple indicator about the income inequality part. So this is the share of total income going to the top 10 percent. So you can see that one century ago, it was between 45 and 50 percent in Europe and a little bit above 40 percent in the U.S., so there was more inequality in Europe. Then there was a sharp decline during the first half of the 20th century, and in the recent decade, you can see that the U.S. has become more unequal than Europe, and this is the first fact I just talked about. Now, the second fact is more about wealth inequality, and here the central fact is that wealth inequality is always a lot higher than income inequality, and also that wealth inequality, although it has also increased in recent decades, is still less extreme today than what it was a century ago, although the total quantity of wealth relative to income has now recovered from the very large shocks caused by World War I, the Great Depression, World War II.

3:49 So let me show you two graphs illustrating fact number two and fact number three. So first, if you look at the level of wealth inequality, this is the share of total wealth going to the top 10 percent of wealth holders, so you can see the same kind of reversal between the U.S. and Europe that we had before for income inequality. So wealth concentration was higher in Europe than in the U.S. a century ago, and now it is the opposite. But you can also show two things: First, the general level of wealth inequality is always higher than income inequality. So remember, for income inequality, the share going to the top 10 percent was between 30 and 50 percent of total income, whereas for wealth, the share is always between 60 and 90 percent. Okay, so that’s fact number one, and that’s very important for what follows. Wealth concentration is always a lot higher than income concentration.

4:47 Fact number two is that the rise in wealth inequality in recent decades is still not enough to get us back to 1910. So the big difference today, wealth inequality is still very large, with 60, 70 percent of total wealth for the top 10, but the good news is that it’s actually better than one century ago, where you had 90 percent in Europe going to the top 10. So today what you have is what I call the middle 40 percent, the people who are not in the top 10 and who are not in the bottom 50, and what you can view as the wealth middle class that owns 20 to 30 percent of total wealth, national wealth, whereas they used to be poor, a century ago, when there was basically no wealth middle class. So this is an important change, and it’s interesting to see that wealth inequality has not fully recovered to pre-World War I levels, although the total quantity of wealth has recovered. Okay? So this is the total value of wealth relative to income, and you can see that in particular in Europe, we are almost back to the pre-World War I level. So there are really two different parts of the story here. One has to do with the total quantity of wealth that we accumulate, and there is nothing bad per se, of course, in accumulating a lot of wealth, and in particular if it is more diffuse and less concentrated. So what we really want to focus on is the long-run evolution of wealth inequality, and what’s going to happen in the future. How can we account for the fact that until World War I, wealth inequality was so high and, if anything, was rising to even higher levels, and how can we think about the future?

6:31 So let me come to some of the explanations and speculations about the future. Let me first say that probably the best model to explain why wealth is so much more concentrated than income is a dynamic, dynastic model where individuals have a long horizon and accumulate wealth for all sorts of reasons. If people were accumulating wealth only for life cycle reasons, you know, to be able to consume when they are old, then the level of wealth inequality should be more or less in line with the level of income inequality. But it will be very difficult to explain why you have so much more wealth inequality than income inequality with a pure life cycle model, so you need a story where people also care about wealth accumulation for other reasons. So typically, they want to transmit wealth to the next generation, to their children, or sometimes they want to accumulate wealth because of the prestige, the power that goes with wealth. So there must be other reasons for accumulating wealth than just life cycle to explain what we see in the data. Now, in a large class of dynamic models of wealth accumulation with such dynastic motive for accumulating wealth, you will have all sorts of random, multiplicative shocks. So for instance, some families have a very large number of children, so the wealth will be divided. Some families have fewer children. You also have shocks to rates of return. Some families make huge capital gains. Some made bad investments. So you will always have some mobility in the wealth process. Some people will move up, some people will move down. The important point is that, in any such model, for a given variance of such shocks, the equilibrium level of wealth inequality will be a steeply rising function of r minus g. And intuitively, the reason why the difference between the rate of return to wealth and the growth rate is important is that initial wealth inequalities will be amplified at a faster pace with a bigger r minus g. So take a simple example, with r equals five percent and g equals one percent, wealth holders only need to reinvest one fifth of their capital income to ensure that their wealth rises as fast as the size of the economy. So this makes it easier to build and perpetuate large fortunes because you can consume four fifths, assuming zero tax, and you can just reinvest one fifth. So of course some families will consume more than that, some will consume less, so there will be some mobility in the distribution, but on average, they only need to reinvest one fifth, so this allows high wealth inequalities to be sustained.

9:11 Now, you should not be surprised by the statement that r can be bigger than g forever, because, in fact, this is what happened during most of the history of mankind. And this was in a way very obvious to everybody for a simple reason, which is that growth was close to zero percent during most of the history of mankind. Growth was maybe 0.1, 0.2, 0.3 percent, but very slow growth of population and output per capita, whereas the rate of return on capital of course was not zero percent. It was, for land assets, which was the traditional form of assets in preindustrial societies, it was typically five percent. Any reader of Jane Austen would know that. If you want an annual income of 1,000 pounds, you should have a capital value of 20,000 pounds so that five percent of 20,000 is 1,000. And in a way, this was the very foundation of society, because r bigger than g was what allowed holders of wealth and assets to live off their capital income and to do something else in life than just to care about their own survival.

10:21 Now, one important conclusion of my historical research is that modern industrial growth did not change this basic fact as much as one might have expected. Of course, the growth rate following the Industrial Revolution rose, typically from zero to one to two percent, but at the same time, the rate of return to capital also rose so that the gap between the two did not really change. So during the 20th century, you had a very unique combination of events. First, a very low rate of return due to the 1914 and 1945 war shocks, destruction of wealth, inflation, bankruptcy during the Great Depression, and all of this reduced the private rate of return to wealth to unusually low levels between 1914 and 1945. And then, in the postwar period, you had unusually high growth rate, partly due to the reconstruction. You know, in Germany, in France, in Japan, you had five percent growth rate between 1950 and 1980 largely due to reconstruction, and also due to very large demographic growth, the Baby Boom Cohort effect. Now, apparently that’s not going to last for very long, or at least the population growth is supposed to decline in the future, and the best projections we have is that the long-run growth is going to be closer to one to two percent rather than four to five percent. So if you look at this, these are the best estimates we have of world GDP growth and rate of return on capital, average rates of return on capital, so you can see that during most of the history of mankind, the growth rate was very small, much lower than the rate of return, and then during the 20th century, it is really the population growth, very high in the postwar period, and the reconstruction process that brought growth to a smaller gap with the rate of return. Here I use the United Nations population projections, so of course they are uncertain. It could be that we all start having a lot of children in the future, and the growth rates are going to be higher, but from now on, these are the best projections we have, and this will make global growth decline and the gap between the rate of return go up.

12:37 Now, the other unusual event during the 20th century was, as I said, destruction, taxation of capital, so this is the pre-tax rate of return. This is the after-tax rate of return, and after destruction, and this is what brought the average rate of return after tax, after destruction, below the growth rate during a long time period. But without the destruction, without the taxation, this would not have happened. So let me say that the balance between returns on capital and growth depends on many different factors that are very difficult to predict: technology and the development of capital-intensive techniques. So right now, the most capital-intensive sectors in the economy are the real estate sector, housing, the energy sector, but it could be in the future that we have a lot more robots in a number of sectors and that this would be a bigger share of the total capital stock that it is today. Well, we are very far from this, and from now, what’s going on in the real estate sector, the energy sector, is much more important for the total capital stock and capital share.

13:44 The other important issue is that there are scale effects in portfolio management, together with financial complexity, financial deregulation, that make it easier to get higher rates of return for a large portfolio, and this seems to be particularly strong for billionaires, large capital endowments. Just to give you one example, this comes from the Forbes billionaire rankings over the 1987-2013 period, and you can see the very top wealth holders have been going up at six, seven percent per year in real terms above inflation, whereas average income in the world, average wealth in the world, have increased at only two percent per year. And you find the same for large university endowments — the bigger the initial endowments, the bigger the rate of return.

14:33 Now, what could be done? The first thing is that I think we need more financial transparency. We know too little about global wealth dynamics, so we need international transmission of bank information. We need a global registry of financial assets, more coordination on wealth taxation, and even wealth tax with a small tax rate will be a way to produce information so that then we can adapt our policies to whatever we observe. And to some extent, the fight against tax havens and automatic transmission of information is pushing us in this direction. Now, there are other ways to redistribute wealth, which it can be tempting to use. Inflation: it’s much easier to print money than to write a tax code, so that’s very tempting, but sometimes you don’t know what you do with the money. This is a problem. Expropriation is very tempting. Just when you feel some people get too wealthy, you just expropriate them. But this is not a very efficient way to organize a regulation of wealth dynamics. So war is an even less efficient way, so I tend to prefer progressive taxation, but of course, history — (Laughter) — history will invent its own best ways, and it will probably involve a combination of all of these.

15:45 Thank you.

15:47 (Applause)

15:49 Bruno Giussani: Thomas Piketty. Thank you.

15:54 Thomas, I want to ask you two or three questions, because it’s impressive how you’re in command of your data, of course, but basically what you suggest is growing wealth concentration is kind of a natural tendency of capitalism, and if we leave it to its own devices, it may threaten the system itself, so you’re suggesting that we need to act to implement policies that redistribute wealth, including the ones we just saw: progressive taxation, etc. In the current political context, how realistic are those? How likely do you think that it is that they will be implemented?

16:29 Thomas Piketty: Well, you know, I think if you look back through time, the history of income, wealth and taxation is full of surprise. So I am not terribly impressed by those who know in advance what will or will not happen. I think one century ago, many people would have said that progressive income taxation would never happen and then it happened. And even five years ago, many people would have said that bank secrecy will be with us forever in Switzerland, that Switzerland was too powerful for the rest of the world, and then suddenly it took a few U.S. sanctions against Swiss banks for a big change to happen, and now we are moving toward more financial transparency. So I think it’s not that difficult to better coordinate politically. We are going to have a treaty with half of the world GDP around the table with the U.S. and the European Union, so if half of the world GDP is not enough to make progress on financial transparency and minimal tax for multinational corporate profits, what does it take? So I think these are not technical difficulties. I think we can make progress if we have a more pragmatic approach to these questions and we have the proper sanctions on those who benefit from financial opacity.

17:45 BG: One of the arguments against your point of view is that economic inequality is not only a feature of capitalism but is actually one of its engines. So we take measures to lower inequality, and at the same time we lower growth, potentially. What do you answer to that?

18:00 TP: Yeah, I think inequality is not a problem per se. I think inequality up to a point can actually be useful for innovation and growth. The problem is, it’s a question of degree. When inequality gets too extreme, then it becomes useless for growth and it can even become bad because it tends to lead to high perpetuation of inequality over time and low mobility. And for instance, the kind of wealth concentrations that we had in the 19th century and pretty much until World War I in every European country was, I think, not useful for growth. This was destroyed by a combination of tragic events and policy changes, and this did not prevent growth from happening. And also, extreme inequality can be bad for our democratic institutions if it creates very unequal access to political voice, and the influence of private money in U.S. politics, I think, is a matter of concern right now. So we don’t want to return to that kind of extreme, pre-World War I inequality. Having a decent share of the national wealth for the middle class is not bad for growth. It is actually useful both for equity and efficiency reasons.

19:13 BG: I said at the beginning that your book has been criticized. Some of your data has been criticized. Some of your choice of data sets has been criticized. You have been accused of cherry-picking data to make your case. What do you answer to that?

19:25 TP: Well, I answer that I am very happy that this book is stimulating debate. This is part of what it is intended for. Look, the reason why I put all the data online with all of the detailed computation is so that we can have an open and transparent debate about this. So I have responded point by point to every concern. Let me say that if I was to rewrite the book today, I would actually conclude that the rise in wealth inequality, particularly in the United States, has been actually higher than what I report in my book. There is a recent study by Saez and Zucman showing, with new data which I didn’t have at the time of the book, that wealth concentration in the U.S. has risen even more than what I report. And there will be other data in the future. Some of it will go in different directions. Look, we put online almost every week new, updated series on the World Top Income Database and we will keep doing so in the future, in particular in emerging countries, and I welcome all of those who want to contribute to this data collection process. In fact, I certainly agree that there is not enough transparency about wealth dynamics, and a good way to have better data would be to have a wealth tax with a small tax rate to begin with so that we can all agree about this important evolution and adapt our policies to whatever we observe. So taxation is a source of knowledge, and that’s what we need the most right now.

20:52 BG: Thomas Piketty, merci beaucoup.

20:54 Thank you. TP: Thank you. (Applause)

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