Archiv für die Kategorie ‘Oberstufe’

  • AUFGABENSTELLUNG – INDUSTRIELLE REVOLUTION:

> Kompetenzorientierte Aufgabenstellung – Wirtschaftliche Veränderungen als Grundlage gesellschaftlichen Wandels: Die Industrielle Revolution als PDF

>> Link zu Prezi: Die Industrielle Revolution

  • AUFGABENSTELLUNG – EUROPÄISCHE ESPANSIONSSTRATEGIEN:

>> Kompetenzorientierte Aufgabenstellung – Expansionsstrategien, Imperialismus: Die VOC („Dutch East India Company – ccwh_229) und die Entwicklung des Kapitalismus im 17. Jahrhundert als PDF

a) Fasse zusammen, wie im folgenden Beitrag die Bedeutung von europäischen Expansionsstrategien, staatlicher Regierung, Krieg und Handel für die Entstehung und Entwicklung des Kapitalismus dargestellt wird! (Crash Course World History #229)

b) DISKUSSION – Nimm Stellung zu den folgenden Aussagen und begründe deine Ansicht u.a. mit Hilfe der – im Crash Course World History #229 sowie im Unterricht – zur Verfügung gestellten Quellen und Darstellungen:

  1. Die Vorgehensweise der VOC ist ein Beispiel für die vom Historiker Howard Zinn angesprochene europäische Tradition der aggressiven Expansion, die von Columbus 1492 begonnen wurde.
  2. Die Vorgehensweise der VOC ist ein Beispiel für die Schattenseiten der über 500-jährigen Geschichte des Aufstiegs der „Western Civilization“ sowie des „System of Empire“ bis heute.
  3. Die Benennung eines Biers nach Columbus durch die Firma Stiegl im Jahr 2016 ist ein Beispiel aus Österreich dafür, dass ein unzureichendes Bewusstsein über die Schattenseiten der europäischen Geschichte vorhanden ist.

Zitat: Es gibt einfach so viel Neues zu entdecken auf dieser Welt. Wann hat man das letzte Mal etwas entdeckt, das man noch nie zuvor gesehen hat? […] um den Entdeckergeist zu wecken, heißt die jüngste Kreation von Chefbraumeister Christian Pöpperl „Stiegl-Columbus 1492“. […] 1492 wurde mit der Entdeckung Amerikas Geschichte geschrieben, zeitgleich wurde in Salzburg die Stieglbrauerei gegründet. So ist es natürlich kein Zufall, dass die neue Bierspezialität diesen klingenden Namen trägt.

Quelle: https://www.stiegl.at/de/presse/prastiegl-columbus-1492-das-bier-fuer-entdecker2016

  • AUFGABENSTELLUNG – ANALYSE des CCWH #32:

a. ) Fasse zusammen, welche Faktoren – laut Crash Course World History #32 – dazu führten, dass die Industrielle Revolution sich in Großbritannien durchsetzen konnte! Berücksichtige „natürliche“ Faktoren wie Kohle sowie „gesellschaftliche“ wie die Lohnhöhe.

  • AUFGABENSTELLUNG – ANALYSE und REFLEXION des CCWH #33:

a.) Erörtere, warum im folgenden Beitrag die Themen Kapitalismus und Sozialismus in einer Folge behandelt werden! (Crash Course World History #33)

b.) Erkläre mit Hilfe der Informationen aus dem Crash Course World History #33 den Begriff Kapitalismus.

  • AUFGABENSTELLUNG – DIE EISENBAHN UND IHRE GESELLSCHAFTLICHEN AUSWIRKUNGEN:

Erkläre einige wichtige – im weiteren Sinne gesellschaftlichen – Veränderungen, die zusammen mit der Ausbreitung des Transportmittels der Eisenbahn vonstatten gingen. Erörtere die Bedeutung dieser Veränderungen dafür, dass sich die Industrielle Revolution (und der Kapitalismus) durchsetzen konnten! (Crash Course World History #214)

 

 

  • AUFGABENSTELLUNG:

Überlege dir ein Konzept, wie aus der folgenden Dokumentation (beginnend ab Minute 18:00) „Die Entwicklung des Frühkapitalismus in Europa seit dem 16. Jahrhundert“ ein kurzweiliger „Crash Course World History“ gemacht werden könnte.

Welche Elemente der Dokumentation könntest du dafür verwenden?

Was würdest du weglassen und was müsstest du ergänzen?

>> Charakterisierung des Galileo Galilei – AUFGABE als PDF

> Bertolt Brechts Leben des Galilei als PDF

>> Aufgaben zu Brechts Leben des Galilei als PDF

 

Auf dieser Website können PDF-Dokumente zu MOBI-Dokumenten konvertiert werden: http://pdf2mobi.com/

Diese lassen sich auf einem kindle dann optimal darsellen.

 

 

Bertolt Brechts Leben des Galilei – die deutschsprachige Uraufführung fand im September 1943 in Zürich statt – als Hörbuch:

 

Dokumentation über Bertold Brecht aus der Serie „Große Europäische Dramatiker“ des Senders ARTE (2008)

 

 

http://michaelmoore.com/trumpwillwin/

>> Raster für die Analyse von Sachtexten als PDF

>> Raster für die Analyse von Sachtexten – Beispiel Michael Moore als PDF

 

>> Michael Moore: 5 Reasons Why Trump Will Win als PDF

 

>>> Kompetenzorientierte Aufgaben zu Expansion Migration Flucht Asyl 8.Klasse

>>> Kompetenzorienterte Aufgaben zu Expansion Migration_Flucht Asyl 5. & 6. Klasse

Aufgabenstellung

Untersuche die Ausschnitte aus der Satire-Sendung „Die Anstalt“ (= Material 1) daraufhin, welche Perspektive(n) zu den Themen Migration, Flucht & Asyl eingenommen wird (werden).
• Achte dabei auf die verwendeten Begrifflichkeiten und erkläre ihre Bedeutung für die Gesamtaussage, z.B. „Festung Europa“

2. Fasse die wichtigsten Einschätzungen und Beurteilungen zu den Themen Migration, Flucht und Asylpolitik zusammen!
• LERNZIEL: Ich kann den Aufbau von Darstellungen analysieren (inhaltliche Gewichtung, Argumentationslinien sowie Bewertungen)
• LERNZIEL: Ich kann einige tiefere Ursachen für Flucht von Menschen aus der Dritten Welt nennen
• LERNZIEL: Ich kenne einige wichtige Kritikpunkte am Grenzregime der EU sowie an der Flüchtlings- und Asylpolitik (Handhabung des Asylrechts) der EU und der deutschen Regierung

3. Erkläre, wie sich die Materialien 3 und 4 aus der Perspektive der Satiriker beurteilen lassen.
• LERNZIEL: Ich kann die Interessens- und Standortgebundenheit politischer Urteile feststellen

4. Erörtere und beurteile die Stichhaltigkeit und Plausibiltät der vorgenommenen Wertungen und Einschätzungen!
• LERNZIEL: Ich kann politische Meinungen und Beurteilungen [zur Flüchtlings- und Asylpolitik der EU] reflektieren und hinsichtlich ihrer Qualität, Relevanz und Argumentation beurteilen.

• LERNZIEL: Ich kann eine eigene Meinung zur aktuellen Flüchtlingspolitik formulieren und begründen.

Mögliche Bezugspunkte für die Beurteilung der Stichhaltigkeit sind z.B. die Informationen aus dem Aufsatz „Europa und seine Zuwanderer“ (= Material 2) oder „EU Grenzregime made in Germany“ (= Material 5)
MATERIAL 1: AUSSCHNITTE AUS DER SENDUNG „DIE ANSTALT“(MAX UTHOFF, CLAUS WAGNER) VOM NOV. 2014 UND FEB.2015 ZU DEN THEMEN MIGRATION, FLUCHT UND ASYL

Ab Minute 45:00

MATERIAL 2: „EUROPA UND SEINE ZUWANDERER“ AUS: LE MONDE DIPLOMATIQUE

>> Europa und seine Zuwanderer – Le Monde Diplomatique als PDF
• Fasse die wichtigsten Maßnahmen und Strategien der EU zur Abwehr von „illegaler“ Einwanderung zusammen!
• Erkläre, was unter „Quasi (= sozusagen) Privatisierung“ der Einwanderungskontrolle verstanden wird! Nenne ein Beispiel dafür!
• Erkläre, wie die Befolgung der Bestimmungen des internationalen Seerechts dazu führen kann, dass man wegen Beihilfe zu illegaler Einwanderung vor Gericht angeklagt wird!
• Erkläre die Aufgaben der Agentur „Frontex“!
• Erkläre, wie von der „Festung Europa“ die Wahrnehmung des Asylrechts erschwert bzw. verunmöglicht wird!

EU_Asylwerber_pro_1000_Einwohner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

EU_Grenzregime_2014_Melilla

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

>> Unterschiedliche Darstellungen vergleichen – Die Französische Revolution und die Jakobinerregierung als PDF

>> Different Representations of the Same Topic – The American Revolution als PDF

>> Conflicting Interpretations of the American Revolution als PDF

>> Link zu Prezi „Französische Revolution“

UNTERSCHIEDLICHE DARSTELLUNGEN ZUM SELBEN THEMA VERGLEICHEN

AUFGABEN

  1. REPRO Schildere knapp den Verlauf der Französischen Revolution seit 1789.
  2. TRANS Vergleiche die Schulbuchdarstellung der Jakobinerregierung in Material 5 mit derjenigen in Material 6.
  3. REPRO Fasse die in den Materialien 7, 8 & 9 getroffenen Einschätzungen der Französischen Revolution zusammen und berücksichtige dabei  insbesondere die Einschätzung der Jakobinerherrschaft.
  4. ** REFLEX Erörtere mögliche ideologische oder weltanschauliche Hintergründe, die für die unterschiedlichen Darstellungen verantwortlich sein könnten.
  5. **REFLEX Beurteile die unterschiedlichen Darstellungen der Französischen Revolution (Materialien 5 bis 9) aus der Perspektive der ersten beiden Strophen des Gedichts „Checking Out Me History“ (= Material 10) des aus Jamaica stammenden Schriftstellers John Agard.
  6. *** REFLEX Erörtere, wie – deiner Ansicht nach – eine adäquate Darstellung der Jakobinerherrschaft in einem Schulbuch aussehen sollte. Beurteile in diesem Zusammenhang, ob eine Darstellung der Französischen Revolution und der Herrschaft der Jakobiner ohne Bezugnahme auf die Revolution auf Haiti sinnvoll ist.
  7. *** REFLEX A politician from Indo-China (now Vietnam) – who had fought against the French colonial power in order to gain independence in the 1950s – was asked what he thought of the French Revolution. His answer was: “It is too soon to tell.” Give an explanation for his answer.

 

Material 1: Gemälde – Touissant Louverture

 

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AUFGABEN

  1. REPRO Schildere knapp den Verlauf der Französischen Revolution seit 1789.
  2. TRANS Vergleiche die Schulbuchdarstellung der Jakobinerregierung in Material 5 mit derjenigen in Material 6.
  3. REPRO Fasse die in den Materialien 7, 8 & 9 getroffenen Einschätzungen der Französischen Revolution zusammen und berücksichtige dabei  insbesondere die Einschätzung der Jakobinerherrschaft.
  4. ** REFLEX Erörtere mögliche ideologische oder weltanschauliche Hintergründe, die für die unterschiedlichen Darstellungen verantwortlich sein könnten.
  5. **REFLEX Beurteile die unterschiedlichen Darstellungen der Französischen Revolution (Materialien 5 bis 9) aus der Perspektive der ersten beiden Strophen des Gedichts „Checking Out Me History“ (= Material 10) des aus Jamaica stammenden Schriftstellers John Agard.
  6. *** REFLEX Erörtere, wie – deiner Ansicht nach – eine adäquate Darstellung der Jakobinerherrschaft in einem Schulbuch aussehen sollte. Beurteile in diesem Zusammenhang, ob eine Darstellung der Französischen Revolution und der Herrschaft der Jakobiner ohne Bezugnahme auf die Revolution auf Haiti sinnvoll ist.
  7. *** REFLEX A politician from Indo-China (now Vietnam) – who had fought against the French colonial power in order to gain independence in the 1950s – was asked what he thought of the French Revolution. His answer was: “It is too soon to tell.” Give an explanation for his answer.

 

Material 2: Verlauf der Französischen Revolution seit 1789

Die Vertreter des „dritten Stands“ erklären sich zur Nationalversammlung

 

Der König will die Nationalversammlung auflösen. Er befiehlt der Armee, gegen die Abgeordneten der Nationalversammlung vorzugehen.

Am 14. Juli 1789 kommt es zum „Sturm auf die Bastille“. Die Bastille war ein Gefängnis und ein Waffenarsenal. Teile der Pariser Bevölkerung bewaffneten sich. Sie stellen sich der Armee des Königs entgegen. Deshalb konnte der König sein Ziel nicht erreichen.

Die Nationalversammlung trat weiterhin zusammen und beschloss im August 1789 die -> „Erklärung der Menschen- und Staatsbürgerrechte“

 

Nationalversammlung beschließt eine Verfassung 

 

In der Verfassung werden die Grundrechte der StaatsbürgerInnen festgelgt. Die Grundrechte der Staatsbürger müssen von der Regierung respektiert werden. Ein Staat, der nach diesem Prinzip „funktioniert“, wird als -> Rechtsstaat bezeichnet.

 

Die Verfassung bestimmt auch, dass die folgenden „Gewalten“ voneinander getrennt sein sollen.

·       Legislative (Gesetzgebung = Parlament)

·       Exekutive (Regierung)

·       Rechtsprechung (unabhängige Gerichte)

Frankreich wird eine Republik

 

Die Machthaber in Preußen und in Österreich rechneten damit, dass auch in Berlin und in Wien eine demokratische Revolution wie in Frankreich beginnen könnte.

Sie wollten dem König von Frankreich dabei helfen, sich gegen die demokratischen Kräfte durchzusetzen.

Im Jahr 1792 begann ein Krieg zwischen Frankreich auf der einen Seite, und Österreich und Preußen auf der anderen Seite. Die französische Armee hatte anfangs wenig Erfolg in diesem Krieg. König Ludwig XVI. wurde von vielen dafür verantwortlich gemacht.

Im September 1792 rief die Nationalversammlung die Republik aus. Der König war damit entmachtet. Er wurde vor Gericht gestellt, zum Tode verurteilt und im Jänner 1793 hingerichtet.

 

Regierung der Jakobiner

 

Diese Phase der Französischen Revolution wird von HistorikerInnen sehr verschieden beurteilt.

Neben dem Rechtsanwalt Robespierre spielte der im Juni 1793 ermordete Marat (-> Bild von David),  der Herausgeber des „Ami du peuple“, eine wichtige Rolle bei den Jakobinern. Während ihrer Regierung  wird die Sklaverei in den französischen Kolonien abgeschafft.

Ende der Jakobinerregierung („Thermidor“)

 

Im Juli wird die Regierung der Jakobiner gestürzt und Robespierre zum Tod verurteilt. Der Sturz der Jakobiner wird von manchen auch einfach als „Thermidor“ bezeichnet. „Thermidor“ war eigentlich der neue Name für den Monat Juli im neuen Revolutionskalender.

Der „Wohlfahrtsausschuss“ der Jakobiner wird ersetzt durch ein Direktorium, das in Frankreich regiert. Die Girondisten übernehmen die führende Rolle in der Regierung. Viele Girondisten waren Vertreter des wohlhabenden Großbürgertums (Händler, Manufakturbesitzer, Bankiers etc.).

Napoleon übernimmt die Macht

 

Napoleon war als Artilleriehauptmann im Krieg gegen Österreich und Preußen bekannt geworden, weil er in einigen Schlachten erfolgreich gewesen war.

1799 übernimmt Napoleon die Macht in Frankreich. Er stellte sich gegen die Kräfte, welche die Königsherrschaft wieder einführen wollten.

1804 führt Napoleon eine Volksabstimmung durch und lässt sich als Kaiser der Franzosen bestätigen.  Im „Code Napoleon“ werden wichtige „allgemein bürgerliche“ Gesetze gesammelt.

Material 3: The Haitian Revolution

The Haitian Revolution, was a successful anti-slavery and anti-colonial insurrection that took place in the former French colony of Saint Domingue that lasted from 1791 until 1804. It affected the institution of slavery throughout the Americas.

In 1789, there were half a million slaves working on plantations owned by French colonists and every year an average of 30,000 slaves were imported from Africa to Haiti alone. The slave-owners made huge profits by exporting sugar, coffee and tobacco produced by slave labour. Inspired by the French Revolution of 1789 and the declaration of the rights of men, slaves in French colonies in the West Indies demanded freedom.

By 1791, the most important development was the Haitian slave revolution led by Toussaint Louverture, a former slave. In 1793 the National Convention in Paris, led by Robespierre and the Jacobins (Jakobiner), endorsed the abolition of slavery in all the French colonies.

After the end of the Jacobins’ rule in France in 1794, Louverture declared Haiti’s independence. Thereafter, in 1802 Napoléon Bonaparte sent an expedition of more than 20,000 soldiers to regain control of the island and to re-establish slavery as well as the status of Haiti as a colony of France. The Haitians defeated the French troops in 1803, thus accomplishing the first ever successful slave revolution. France then withdrew its remaining troops from the island and Napoleon gave up his idea of re-establishing a North American empire. Haiti’s independence was proclaimed in 1804.

Material 4: The Declaration of the Rights of Man

 

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>> Kompetenzorientierte Aufgabenstellungen – Tendenzielle Darstellungweisen von Vergangenheit vergleichen: Nazismus, Stalinismus, Double Genocide und Holocaust Obfuscation als PDF

Das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung vom Nazismus jährte sich 2015 zum 70. Mal. Oberflächlich betrachtet sind sich alle einig, dass die Niederlage des Nazismus eine begrüßenswerte Tatsache ist. Nicht mehr ganz so eindeutig sieht diese Tatsache der ukrainische Ministerpräsident Jazenjuk in einem Interview im Jänner 2015 – ab Minute 20:40:

Drei Beispiele aus der vom Bayrischen Rundfunk vertonten Sammlung von Quellen aus der Zeit der Nazi-Herrschaft – Quellen Sprechen:

Ein Brief von Artur Szliferstejn, einem jüdischen Flüchtling, der über seine Ankunft im von der Roten Armee besetzten Teil Polens im Herbst 1939 berichtet: http://die-quellen-sprechen.de/04-022.html

Elena Kutorgiene-Buivydaite schreibt über die Erschießung von jüdischen GhettobewohnerInnen im Herbst 1941 in Kaunas (Litauen): http://die-quellen-sprechen.de/07-210.html

„Ponar heißt Tod“ – Aufruf vom 1. Januar 1942, verfasst von Abba Kovner, zur Gründung einer bewaffneten Widerstandsgruppe im Wilnaer Getto: http://die-quellen-sprechen.de/07-223.html

Wie sehr sich die Tendenz einer Darstellungsweise verändern kann lässt sich an Hand des folgenden „Information Films“ untersuchen, der im Auftrag der US-Regierung im Jahr 1943 nach dem Sieg der Roten Armee in Stalingrad erstellt und veröffentlicht wurde, er trägt den Titel: „Why We Fight – The Battle of Russia“

In der folgenden Dokumentation steht die 1922 geborene ehemalige jüdische Widerstandskämpferin Fanja Brankowskaja im Zentrum:

http://lizaruft.blogspot.co.at/

Informationen zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Litauen während der Besatzung durch Nazi-Deutschland (seit 1941):

Seit September 1941 musste ein Teil der jüdischen Bevölkerung aus dem Wilnaer Getto Zwangsarbeit verrichten. Zehntausende Jüdinnen und Juden, die über keinen „Arbeitsschein“ verfügten, wurden schon im Herbst 1941 nach Ponar getrieben und erschossen.

Der von den Nazis eingesetzte „Judenrat“ glaubte, durch strengen Gehorsam gegenüber den Nazis möglichst viele Getto- BewohnerInnen retten zu können. Vor allem jüngere BewohnerInnen des Gettos, die schon zuvor politisch aktiv gewesen waren, begannen hingegen damit, Widerstand zu organisieren. Im Januar 1942 wurde im Getto von Wilna von Mitgliedern unterschiedlicher politischer Gruppierungen die „Fareinikte Partisaner Organisatsije“ (FPO) gegründet. Dieser vom Kommunisten Yitzak Wittenberg geleiteten Widerstandsorganisation schloss sich auch Fania Brantsovskaya an. Die FPO plante einen bewaffneten Aufstand für den Fall, dass die Nazis das Getto „liquidieren“ sollten. Als Signalworte für den Beginn des Aufstandes wurde „Liza ruft“ vereinbart.

[…]. Kurz vor der „Liquidierung“ des Gettos flüchteten rund 100 Mitglieder der FPO und schlossen sich den sowjetischen PartisanInnen im Umland von Wilna an. Den Kern der sowjetischen PartisanInnegruppen bildeten Mitglieder der Roten Armee, die vor der Gefangenahme durch die Wehrmacht im Jahr 1941 in die Wälder geflohen waren. Jüdische Flüchtlinge bildeten die Mehrheit der PartisanInnen-Einheit „Rächer“, zu der aber auch nicht-jüdische Mitglieder aus Litauen, Polen, Weißrussland und Russland gehörten. Diese Einheit wurde vom ehemaligen FPO-Leiter Abba Kovner angeführt, sie stand allerdings wie die anderen PartisanInnen-Gruppen unter sowjetiscchem Oberbefehl. Der Kampf der PartisannInnen hatte nichts Romantisches. Mit Angehörigen feindlicher Gruppierungen oder Spitzeln wurde „kurzer Prozess“ gemacht. 1944 kam es zu einem Zusammenstoß zwischen den PartisanInnen und dem pro-faschistisch eingestellten „Selbstschutz“ des litauischen Dorfes Koniuchy, bei dem zahlreiche DorfbewohnerInnen ums Leben kamen. Diese zivilen Opfer des Partisanenkampfes stehen aber in kaum einem Verhältnis zu den rund 5.000 Dörfern, die von der Wehrmacht und der SS allein im angrenzenden Weißrussland dem Erdboden gleichgemacht worden waren.

Zentral für den Zugang der Dokumentation zur Geschichte des Holocaust ist die historische Erfahrung der jüdischen Opfer. Die Erfahrungen von Tod, Leiden und Verlust wollen wir um die Erfahrung „Opfer als Akteur_innen“ ergänzen. Bis in die 1980er Jahre dominierte das antisemitische Klischee, Juden und Jüdinnen hätten sich widerstandslos „wie die Schafe zur Schlachtbank“ führen lassen. Das Bewusstsein dafür, dass in allen größeren Ghettos Osteuropas bewaffnete jüdische Untergrundorganisationen existierten, wuchs allerdings nur langsam. An die 15 000 jüdische Partisanen und Partisaninnen waren allein in Ostpolen, Litauen und der westlichen Sowjetunion aktiv. Zugleich deutete sich an, dass die Shoah nicht nur die Geschichte der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik war, sondern auch die Geschichte von Selbstbehauptung und Widerstand jüdischer Männer, Frauen und Kinder. Wer diese waren und wie sich ihr Handeln genau gestaltete, blieb bis heute allzu oft im Dunklen.

[….] Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1989/90 begann die vorerst letzte Phase von Herausforderungen und Verarbeitungsversuchen. Der Unabhängigkeitsprozess, bei dem auch zahlreiche LitauerInnen jüdischer Herkunft beteiligt waren, war von einer Aufarbeitung des sowjetischen Menschenrechtsverletzungen und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Stalinismus begleitet. Rund 130.000 ZivilistInnen waren auf Stalins Befehl zwangsweise aus Litauen nach Sibieren umgesiedelt worden. Nach Stalins Tod wurden die meisten politischen Gefangenen entlassen und den Deportierten wurde die Rückkehr erlaubt.

Etwa 20.000 litauische anti-kommunistische Kämpfer wurden in Auseinandersetzungen mit der Roten Armee getötet oder hingerichtet. Auf der anderen Seite waren rund 13.000 ZivilistInnen nicht-jüdischer Herkunft von der von den Nazis eingestzten litauischen Verwaltung wegen „Kollaboration“ mit den Sowjets getötet bzw. hingerichtet worden.

In das anfängliche Nebeneinander der kollektiven Erinnerungen schlichen sich schnell Schiflagen ein. Die Erinnerung an die Shoah wurde im demokratischen Litauen politisch immer mehr umkämpft. Es dominiert die Vorstellung vom „doppelten Genozid“. Nach dieser Auffassung hätten die Sowjetunion und Nazideutschland gleichermaßen einen Völkermord verübt, und Litauen sei jeweils das Opfer gewesen. Exemplarisch dafür stehen die Worte des litauischen Außenministers Audronius Ažubalis stehen, der anlässlich des 70. Jahrestages der Wannsee-Konferenz sagte, zwischen Hitler und Stalin gebe es keinen Unterschied außer ihrer Schnurrbärte: der von Hitler sei kürzer gewesen.

[…] Selbstverständlich müssen die systematischen Menschenrechtsverletzungen in der Sowjetunion und die stalnistischen Verbrecchen weiter aufgearbeitet werden. Aber die stalinistischen Verbrechen unterscheiden sich qualitativ und quantitativ radikal vom Holocaust:

– Sie waren nicht rassistisch motiviert, sondern sozial und politisch. Es ging um die Bekämpfung von Mitgliedern der bürgerlichen Eliten, die Unterdrückung des antikommunistischen Widerstands und des Widerstands gegen Zwangskollektivierungen der Landwirtschaft.

– Das Trauma des Holocaust hat keine Entsprechung auf Seiten der nicht-jüdischen Mehrheitsgesellschaft. Von den 230.000 jüdischen LitauerInnen wurden 95 % ermordet. Diese beispiellose Effizienz verdankt sich der Mithilfe litauischer NationalistInnen und AntisemitInnen.

Das Filmprojekt ist also nicht nur eine Annäherung an das Leben einer kämpferischen Frau, eine Dokumentation der Shoah im Baltikum und eine Würdigung jüdischen Widerstands, sondern auch eine Intervention in aktuelle erinnerungs- und geschichtspolitische Debatten und Prozesse in Litauen wie in Deutschland (und Österreich).

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>>> Die Entstehung und Weiterentwicklung der Grund- und Menschenrechte

Im August 1789 im Zuge der französischen Revolution erstmals erklärt, haben die Grund-, Menschen und StaatsbürgerInnenrechte eine sehr bewegte Geschichte erlebt. Die Besitzlosen, die Frauen und die nicht-europäische Bevölkerung in den von Europa dominierten (Ex-)Kolonien mussten (und müssen nach wie vor) um sie kämpfen. Das von Montesquieu 1750 im Buch „Vom Geist der Gesetze“ entworfene Modell der „Gewaltenteilung“ wurde in der französischen Verfassung von 1791 umgesetzt. Heute ist es in allen demokratischen Verfassungen der europäischen Staaten wiederzufinden. Demnach sind nur von der Bevölkerung gewählte Abgeordnete dazu legitimiert, neue Gesetze zu beschließen oder bestehende zu verändern.

Aktuell steht die Politik der sogenannten „Troika“ in der Kritik, weil sie an den Parlamenten vorbei die Gesetze und damit die Politik in Griechenland, Spanien, Portugal und Irland wesentlich bestimmt. Viele KritikerInnen sehen darin eine Erosion eines wesentlichen Prinzips der Demokratie.

Die Troika war von den drei Institutionen geschaffen worden, die Griechenland 2010 Politik_Merkel_Kolonie_GriechenlandKredite gegeben haben. Es sind dies der Internationale Währungsfonds (IWF), die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank. Griechenland war 2010 nicht mehr in der Lage, die Staatsschulden zu bedienen. Um den Schaden von den Gläubigern – v.a. deutsche und französische Banken – abzuwenden, erhielt Griechenland weitere Kredite. Es wurde versucht, um jeden Preis eine „Umschuldung“ zu verhindern.

Die Troika „überwacht“ die Politik der griechischen Regierung. Sie legt in einem „Memorandum of Understanding“ Maßnahmen fest, die von der griechischen Regierung umgesetzt werden müssen. Tut sie das nicht, wird die nächste Tranche der Kreditzahlungen nicht an Griechenland ausgezahlt.

Die ZDF-Satire-Sendung „Die Anstalt“ beschäftigt sich ebenfalls mit der Troika und Griechenland:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2351516/Die-Anstalt-vom-31.-Maerz-2015#/beitrag/video/2351516/Die-Anstalt-vom-31.-Maerz-2015

Warum die Kürzungen der griechischen Staatsausgaben die Wirtschaftskrise verstärkt haben, erklärt der Wirtschaftswissenschafter Paul Krugman mit dem „Spar-Paradox“. Die Wirtschaft ist ein Kreislauf. Die Ausgaben des Staatshaushaltes sind (ein Teil der) Einnahmen der Haushalte und der Unternehmen eines Landes. Die Löhne und Gehälter, die ausgegeben werden, sind wiederum die Einnahmen von Unternehmen ebenso wie sie in Form von Steuern die Einnahmen des Staates sind. Das deutsche Wirtschaftswachstum basierte zu einem wesentlichen Teil auf den durch Schulden finanzierten Importen anderer europäischer Länder.
Wenn alle gleichzeitig sparen müssen, dann sinken die Einnahmen aller Beteiligten. Laut Krugman schrumpft das BIP (Wirtschaftsleistung) eines Landes um rund 1,30 Euro für jeden Euro, der bei den Staatsausgaben gekürzt wird

Schon 2010 wurde von Vertretern des IWF erklärt, dass das Sparprogramm die Kaufkraft der griechischen Bevölkerung drastisch einschränken und zu einer großen wirtschaftlichen Rezession führen werde.

Zahlreiche wirtschafts- und sozialpolitische Maßnahmen wurden nicht mehr vom Parlament (Legislative) in Griechenland beschlossen, sondern von der Troika. Diese formulierte sogar die Gesetze. Der Mindestlohn und insgesamt die Löhne mussten – nicht nur in Griechenland – erheblich gekürzt werden, Kollektivverträge wurden gekündigt und zahlreiche Arbeitskräfte wurden entlassen.

Während wohlhabende Steuerhinterzieher (auf der sogenannten „Lagarde-Liste“) kaum zur Kasse gebeten wurden, wurde die Privatisierung großer Staatsgrundstücke durchgeführt. Dabei wurden lukrative Grundstücke um rund den halben Preis, den sie laut Schätzung haben sollten, an Privatinvestoren verkauft.

Die Ausgaben für das Gesundheitswesen in Griechenland mussten auf 6% des griechischen BIP zurückgekürzt werden. Im europäischen Durchschnitt liegt der Wert bei 8%. Da die Wirtschaftsleistung aber insgesamt um ein Viertel zurückgegangen ist, musste das Gesundheitsbudget um rund ein Drittel gekürzt werden. Im Memorandum der Troika wurden auch hier viele konkrete Maßnahmen festgelegt, z.B. die Entlassung von Ärzten.

„Wer Geld hat, lebt. Wer kein Geld hat, der muss (früher) sterben.“ Jeden Monat sterben hunderte Griechen deshalb, weil sie keinen Zugang zum öffentlichen Gesundheitswesen (mehr) haben und die Kosten für eine Behandlung nicht bezahlen können. Das ist die Schätzung eines griechischen Arztes, der freiwillig in einer Klinik arbeitet, die auch arme GriechInnen medizinisch betreut.

In der folgenden (gekürzten Fassung der) Dokumentation „Troika – Macht ohne Kontrolle“ betrachtet der deutsche Journalist Harald Schumann die Entstehung und die Politik der Troika kritisch. Die gekürzte Fassung dauert 45 Minuten.

In Spanien regiert seit 2011 die konservative „Partito Popular“ mit dem Ministerpräsidenten Rajoy. Seine Regierung versucht ebenfalls, die Macht zugunsten der Exekutive zu verschieben. Soziale Bewegungen leisten Widerstand und auch die spanischen Gerichte finden sich nicht damit ab. Der Text ist eine gekürzte Fassung des Artikels von Imayna Caceres, Lukas Oberndorfer, „Verlangt das Gesetz der bürgerlichen Sicherheit die Einschränkung der politischen Freiheiten?“, in: Juridicum Nr. 4/2013 – Zeitschrift für Kritik/Recht/Gesellschaft, Wien 2013, S. 453 – 463

Das Gesetz der bürgerlichen Sicherheit in Spanien

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