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Das antike Rom

Veröffentlicht: 16. März 2013 in Antikes Rom, Geschichte 2. Kl
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Caesar walkingViele politische Begriffe stammen aus der römischen Antike, so sprechen wir von einer Republik, die Römer sprachen von der „res publica“. Das Römische Reich schließlich erstreckte sich vom Atlantik über Nordafrika bis in den Nahen Osten. Grund genug, sich mit der Geschichte des Antiken Rom zu beschäftigen.

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  •  AUFGABENSTELLUNGEN I

A.) Fasse zusammen, wie im folgenden Crash Course World History #10 die Ursachen für das Ende der Republik und die Entstehung des Kaiserreichs dargestellt werden.

B.) Vergleiche die Darstellung Caesars im Crash Course World History #10 mit derjenigen in den Unterlagen „Machstrukturen und Herrschaftsformen: Antikes Rom und die USA“. Worin bestehen die größten Unterschiede? Welche Gemeinsamkeiten sind vorhanden?

  • AUFGABENSTELLUNG II:
A.) Fasse zusammen, wie im folgenden Crash Course World History #11 die Entstehung des Christentums dargestellt wird.
B.) Vergleiche die Darstellung im Crash Course World History #11 mit derjenigen in den „Thesen zur Entstehung des Christentums in der Antike“ und arbeite wichtige Unterschiede und Gemeinsamkeiten heraus!

 Shakespeare’s „Julius Caesar“: Mark Anthony’s speech after Caesar’s death

Der Ständekampf zwischen Patriziern und Plebejern
Der „Ständekampf“ zwischen Plebejern und Patriziern
Der Historiker Livius (engl. Livy) war ein Zeitgenosse des ersten römischen Imperators Augustus (bis 14 n. Chr.). Er schildert in seinem Buch „Ab Urbe Condita“ den Kampf zwischen Patriziern und Plebejern.„Es war eine Feindschaft entbrannt zwischen Vätern (= Patriziern) und Volk (= Plebs), vor allem wegen der Bürger, die in Schuldhaft geraten waren“
In der Zeit um 500 v. Chr. befand sich Rom wiederholt im Krieg mit benachbarten Bevölkerungen, den Volskern und den Sabinern. Eines Tages passierte folgendes:
„Auf das Forum kam ein alter Mann, […] seine Kleider waren zerschlissen [kaputt] und sein Aussehen ausgezehrt [abgemagert]. Die Menge erkannte ihn aber trotz seines Aussehens. Es hieß, er sei in der Armee Hauptmann gewesen. Man erzählte voller Mitleid im Volk, was er für Heldentaten im Krieg vollbracht habe Als Soldat im Krieg gegen die Sabiner habe er seine Ernte eingebüßt. In dieser Zeit sei auch noch eine Kriegssteuer erhoben worden, die er nur bezahlen konnte, indem er Schulden machte. Seinen ganzen verbliebenen Besitz, Haus und Hof, habe er als Sicherheit gegeben. Schließlich sei er [zahlungsunfähig] in ein Arbeitshaus gesteckt worden, wo man ihn folterte. Nach diesem Bericht erhob sich ein allgemeiner Aufruhr: Alle Schuldpflichtigen, mit und ohne Fesseln, stürzten von allen Seiten ins Freie und erflehten den Schutz ihrer Mitbürger.“
Die Plebejer forderten, dass zukünftig…
 Auch die plebejischen Soldaten an der Kriegsbeute beteiligt werden
 Die Kriegsdienst leistenden Plebejer prinzipiell nicht in Schuldknechtschaft gehalten werden dürfen
 Das Hab und Gut der Soldaten vor Beschlagnahme sicher sein soll
Da die Patrizier im Senat nicht bereit waren, diese Forderungen zu erfüllen wählten die Plebejer zunächst folgende Protestform:
„Die Plebejer weigerten sich, sich zu den Fahnen (zum Kriegsdienst) zu melden. Sollen doch diejenigen, die die Kriegsbeute einheimsen, zu den Waffen greifen. Wir müssen auf den Schlachtfeldern für die Freiheit und Herrschaft Roms unser Leben aufs Spiel setzen, aber zu Hause werden wir von den eigenen Mitbürgern in Schuldknechtschaft) gehalten.“
Zur Lösung der Krise wurde sogar ein Diktator ernannt, aber die Forderungen der Plebejer wurden weiterhin nicht erfüllt. Auch die Parabel des Patriziers Menenius Agrippa konnte sie nicht dauerhaft umstimmen.
Die Plebs wählte im Jahr 494 v. Chr. eine neue Methode des Widerstands. Sie verließen die Stadt und zogen auf den Heiligen Berg (Mons sacer). Livius berichtet, dass die Forderungen der Plebejer nach ihrem Exodus von den Patriziern schließlich zum größten Teil erfüllt wurden.
Die Plebejer wählten künftig Männer aus ihrer Mitte sogenannte Volkstribunen. Diese Tribunen sollten einen Schutz darstellen für die Plebejer, wenn diese sich von den patrizischen Regierungsbeamten ungerecht behandelt fühlten.
Die Plebejer schwuren sich, dass jeder, der einen Volkstribunen attackierte, sofort vom Volk getötet werden sollte. Mit dieser Unterstützung im Rücken schritten die Volkstribunen gegen Entscheidungen patrizischer Beamter und des Senats ein, wenn sie der Ansicht waren, dass sie den Interessen der Plebejer widersprachen. Die Volkstribunen erkämpften sich damit das Veto-Recht (von lateinisch veto = ich verbiete). Mit einem Veto konnten sie Entscheidungen der Konsuln und des patrizischen Senats beeinspruchen.
Die Volkstribunen konnten auch eine Volksversammlung einberufen, ein Concilium Plebis. In dieser Volksversammlung konnten die Plebejer Gesetze beschließen, sogenannte Plebiszite.
Im 5. Jahrhundert wurden die bis dahin nur mündlich überlieferten rechtlichen Grundsätze auf Wunsch der Plebejer erstmals auf zwölf Tafeln schriftlich festgehalten und öffentlich zugänglich gemacht. Das Zwölf Tafel Gesetz enthielt vor allem zivilrechtliche Bestimmungen, so die Rechte des Gläubigers gegenüber seinen Schuldnern aber auch die Bestimmung, dass ein Patron (= Gläubiger) seinen Klienten (= Schuldner) nicht betrügen darf.
Der größte Military-Coinage-Slavery-Complex der Geschichte

Im dritten Jahrhundert v. Chr. begann Roms Aufstieg zur militärischen Großmacht mit den – insgesamt drei – Punischen Kriege (zwischen 264 v. Chr. und 146 v. Chr.) Die Punier (= Phönizier) beherrschten von der Hafenstadt Karthago (im heutigen Tunesien) aus das gesamte westliche Mittelmeer. Karthago war zur wichtigsten Handelsstadt der Phönizier (Römisch: Punier), weil viele phönizische Städte im Zuge der Eroberungen Alexanders im 4. Jahrhundert v.Chr. gelitten hatten (z.B. Tyros).
So wie die Phönizier im Nahen Osten auf dem Gebiet des eroberten Persischen Reichs von Alexanders Militärmacht besiegt und geplündert wurden, so wurde auch die Handelsstadt Karthago von den Römern besiegt. „Unser Handwerk ist das, die gewerbetätigen Völker zu besiegen und sie uns tributpflichtig zu machen; beharren wir also in dem Kampfe, der uns zu ihren Herren erhebt“, erklärte der römische Senat, als er die Fortsetzung des Krieges gegen Karthago beschloss.

Damit lösten die Römer das Reich Alexanders des Großen als größten „Military-Coinage-Slavery-Complex“ der Geschichte ab. Nach dem Tod von Gaius Julius Caesar im Jahr 44 v. Chr. war Rom nicht nur die unangefochtene Weltmacht, sondern es wurde auch zu einem Kaiserreich.

 

Die soziale Frage und die Einkommens- und Vermögensverteilung

Plebejer kämpfen als wehrpflichtige Staatsbürger und Soldaten u.a. in den punischen Kriegen. Rom besiegt die Punier (146 v. Chr.) und wird zum Weltreich.
Die Plebejer müssen die Kosten für die Ausrüstung selbst tragen. Viele plebejische Bauern können während der Feldzüge jahrelang ihre Bauernhöfe nicht bewirtschaften und gehen bankrott.
Mit den militärischen Siegen steigt auch die Zahl der Sklaven, die überwiegend von Patriziern als billige Arbeitskräfte gekauft werden. Für den rentablen Einsatz der Sklaven in der Landwirtschaft benötigen die Patrizier immer größere Flächen.
Um diesen „Landhunger“ zu stillen, übernehmen die Patrizier die Bauernhöfe der Plebejer sowie – illegal – große Flächen des Staatslandes. Auf den Latifundien (= Großgrundbesitz) arbeiten Sklaven.
Bankrotte Plebejer bleiben römische Staatsbürger, werden aber zu besitzlosen und erwerbslosen Proletariern und wandern nach Rom.

Soziale Frage und Umverteilungspolitik als politische Themen

Die „Popularen“ setzten sich seit dem 2. Jahrhundert v. Chrl für ein Programm der Umverteilung von Land an die Proletarier bzw. an die Veteranen ein

Die Agrarreform der Gracchen

Tiberius Gracchus und sein Bruder Gajus suchten eine Lösung für das Problem der Verarmung der Plebejer, die ihre Bauernhöfe verloren hatten und als besitzlose Proletarier (= proletarii) in Rom lebten. Dabei verfolgten sie auch die Absicht, die vom Untergang bedrohte Klasse der freien Bauern, den sogenannten „Bauernstand“, wiederherzustellen. Tiberius Gracchus war 134 v. Chr. zum Volkstribun gewählt worden mit dem Versprechen, den ager publicus [= die Staatsländereien] zu Gunsten der armen Plebejer umzuverteilen. Sein Gesetzesvorschlag für ein Agrargesetz sah eine Beschränkung der Aneignung der Staatsländereien vor, wie sie eigentlich schon ein älteres Gesetz, die „Lex Hortensia“ vorgesehen hatte (= 500 Morgen pro Staatsbürger). Widerrechtlich in Besitz genommenes Land des ager publicus sollte aufgeteilt und an Besitzlose (Proletarier) umverteilt werden. Jede Familie sollte einen unveräußerlichen Hof von 30 Morgen erhalten. Die als Bauern wiederangesiedelten Proletarier sollten bei der Anschaffung des Inventars von staatlicher Seite unterstützt werden.

Caesars Landreform:
170.000 Proletarier erhalten den Grund und Boden eines Bauerngutes. Die Maßnahme wird durchgesetzt gegen das Veto seines Konsul-Kollegen. Dadurch Halbierung der Zahl der besitzlosen Proletarier in Rom.
Caesars Sozialpolitik:
Geldgeschenke und Verteilung von gratis Getreide an Proletarier
Caesars „Provinzpolitik“ (als Statthalter von Hispania und Eroberer von Gallien):
Schuldnerschutz für die Provinzbewohner: Ein römischer Gläubiger darf nicht mehr als zwei Drittel des Einkommens seines Schuldners (= Provinzbewohner) beschlagnahmen.
Die Steuerabgaben der Provinzbewohner an Rom…
• werden fixiert
• werden von eigens dafür bestellten und vom Staat bezahlten Beamten eingetrieben
VORHER: Steuerpächter holen in den Provinzen so viel an Abgaben, wie sie bekommen können. Ziel: Möglichst hohen Profit zu erhalten.
Optimaten (Cicero):
Die Regierung eines Staates hat die Aufgabe, das Eigentum (der Reichen) zu schützen gegen die Ansprüche der Armen.

Soziale Frage und das Militär

Seit der Heeresreform von Marius (1. Jhd. vor Christus): Arbeits- und besitzlose Proletarier werden zu Berufssoldaten im römischen Heer. Das römische Heer wird zu einer Berufsarmee.
Nicht-römischen Soldaten (z.B. Caesars Gallier aus Norditalien) haben die Aussicht darauf, die römische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Alle Veteranen werden römische Staatsbürger. Das römisches Bürgerrecht bringt materielle und rechtliche Vorteile, insbesondere die Chance auf ein Bauerngut als Pension.
Politische Auswirkungen der Heeresreform: Der politische Einfluss der Feldherren erhöhte sich. Die Soldaten fühlten sich meist ihren (erfolgreichen) Feldherren mehr verpflichtet als der Republik.
Die Heerführer hatten die Aufgabe, nach dem Krieg die Versorgung ihrer besitzlosen Veteranen mit Land politisch durchzusetzen.
Die Optimaten im Senat waren mehrheitlich gegen die Verteilung von Land an die Veteranen, da sie die Macht der erfolgreichen Feldherren (Crassus, Pompejus, Caesar) fürchteten.
Dadurch wurden die Heerführer gewissermaßen zu Patronen ihrer Soldaten im Kampf um die Pensionsversorgung, die Soldaten wurden ihrerseits zu eingeschworenen Klienten der Feldherren.

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