Mit ‘Neuzeit’ getaggte Beiträge

>> Prezi zur Geschichte der Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit

>> Gesellschaftliches Verhältnis von Frauen und Männern – Die Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit als PDF

 

 

Die gesellschaftliche Stellung von Frauen und Männern – Erklärungsmodelle für die Hexenverfolgung

AUFGABENSTELLUNGEN

  1. Rekonstruiere mit Hilfe der Materialien 1 bis 9 sowie den Bildquellen im Buch GO!6, Seite 40 und Seite 42, die Tatbestände, die den Angeklagten bei Hexenprozessen vorgeworfen wurden
  • Welche Tätigkeiten sind abgebildet?
  • Welche Zeitpunkte, Orte usw. sind abgebildet?

 

  1. Untersuche die folgenden Materialien 1 bis 9 (inklusve der schriftlichen Anmerkungen) und rekonstruierte die darin enthaltenen Hexen- und Frauenbilder.
  • Welches Geschlecht, welches Alter, welche soziale Stellung, welche ethnische Zugehörigkeit haben die abgebildeten Menschen?

 

  1. Beschreibe mit Hilfe der Informationen aus dem Liniendiagramm (Material 10) die Dynamik (= Wann stieg die Zahl der Prozesse stark an? Wann war der Höhepunkt?) der Hexenverfolgung in Frankreich! Vergleiche diese Informationen mit der Information über die Hexenprozesse im deutschsprachigen Raum (= „Heiliges Römisches Reich“) auf Seite 43 im Buch GO!6!

 

  1. Erstelle mit Hilfe der Informationen aus der Material 11 eine hypothetische Erklärung (= mögliche Faktoren, die das Phänomen erklären können) für die Dynamik der Hexenverfolgung in Europa!

 

  1. Erörtere, welche der Materialien 1 bis 13 Belege für die von feministisch orientierten Historikerinnen vertretene Erklärung(en) für die Hexenverfolgung (= Materialien 15 & 16) liefern können!

 

  1. Diskussion: Ursachen und Hintergründe der Hexenverfolgung
  • Nimm Stellung zu den folgenden Aussagen begründe deine Ansicht mit Hilfe der zur Verfügung gestellten Quellen und Darstellungen.

 

  I agree totally I have minor objections I have major objections I totally disagree
1.       Die wichtigste Erklärung für die Hexenverfolgung ist die von den politisch Verantwortlichen (= Herrschenden) seit dem 16. Jahrhundert betriebene Bevölkerungspolitik mit dem Ziel der Erhöhung der Bevölkerungszahl.

 

2.       Durch die irrationale Stimmung gegenüber Hexen in der Bevölkerung wurden die politisch Verantwortlichen praktisch gezwungen, Hexenprozesse abzuhalten (siehe GO!6, Seite 43).

 

3.  Die Hexenverfolgung und die damit einhergehende „Abwertung von Frauen“ sowie die Durchsetzung des bürgerlichen Frauenbildes um 1800 (Kompetenz: Deutsch, Seite 65) hat große Nachwirkungen auf die gegenwärtigen Gender-Zuschreibungen und die gesellschaftlich vorherrschenden Geschlechterrollen.

 

4.       Die Darstellung im Buch The History of Psychiatry (= Material 14) gibt den von der Hexenverfolgung betroffenen Personen eine Mitverantwortung dafür, dass sie Opfer der Hexenverfolgung wurden.

 

 

Material 1

Neuzeit_Hexensabbat_1510Witches Sabbath. The most famous of a series of engravings the German artist Hans Baldung produced, starting 1510.

 

Material 2

Neuzeit_Hexen_Kräutergarten_1532

The witch’s herbary. Engraving by Hans Weidlitz (1532) As the starry globe suggests, the „virtue“ of the herbs was strengthened by the proper astral conjunction.

 

Material 3

Neuzeit_Hexen_Kinder_kochen

Witches cooking children. From Francesco Maria Cuazzo’s „Compendarium Maleficarum“, 1608

 

Material 4             

Neuzeit_Hexen_Flug_1570

Women fly on their brooms to the Sabbat after applying unguents (Salben) to their bodies. 16th century French print from Thomas Erastus‘ „Dialogues touchant le pouvoir des sorcières“ (1570).

 

Material 5

Neuzeit_Hexenverbrennung_Amsterdam_1571

Jan Luyken, The execution of Anne Hendricks for witchcraft in Amsterdam in 1571.

 

Material 6

Neuzeit_Hexen_Sabbat_1612

Darstellung eines feierlichen Hexensabbats als Festessen – Ausschnitt aus einer Illustration von Jan Ziarnko (1612)

 

 

 

Material 7

Neuzeit_Hexen_Essex_1589

The execution of witches in Chelmsford (Essex, England) in 1589. Joan Prentice, one of the victims, is shown with her familiars.

 

Material 8

Neuzeit_Hexen_Tiere_1619

A classic image of the English witch: old, decrepit, surroundes by her animals and her cronies, and yet maintaining a defiant posture. From: The Wonderful Discoveries of the Witchcrafts of Margaret and Philipp Flowers, 1619.

 

Material 9

Neuzeit_Hexen_Amerika_Vespucci_Kannibalen

Amerigo Vespucci landing on the South American coast in 1497. Before him, lying on a hammock, is „America“. Behind her some cannibals are roasting human remains. Engraving by Théodore Galle (1589)

Material 10

Neuzeit_Grafik_Hexenprozesse_1505_1650

This graph, indicating the dynamics of the witch trials between 1505 and 1650, refers specifically to the area of Namur and Lorraine in France.

 

Material 11

The wages of an English carpenter,  expressed in kilograms of  grain:

 

YEARS                             KILOGRAMS OF GRAIN

 

1351 – 1400                        121,8

1401 – 1450                      155,1

1451 – 1500                      143,5

1501 – 1550                        122,4

1551 – 1600                          83,0

1601 – 1650                          48,3

 

 

Material 12 (Bild rechts): A dispute between a witch and an Inquisitor (before 1514)

Neuzeit_Hexen_Inquisition_1514

Many women accused of witchcraft were old and poor. Often they depended on public charity for their survival. Traditionally considered a wise woman, old women were the ones who embodied the community’s knowledge and memory. The witch-hunts turned the image of the old woman upside down. The old woman became a symbol of sterility and hostility to life.

„Witchcraft is the weapon of the powerless“ – Old women were those in a community most likely to resist the transformation and often the destruction of the old, communal relations when they were replaced by modern, capitalist economic and social relations.

 

Material 13: Walter Charleton, „Ephesian Matron“, 1659

 

You are the true Hyenas, that allure us with the fairness of your skins and when folly has brought us within your reach. You leap upon us. You are the traitors of Wisdom, the impediment to Industry … the clogs to Virtue and the goads that drive us to all vices, impiety and ruin. You are the Fool’s Paradise, the wise man’s Plague and the Grand Error of Nature.

zitiert nach Federici, Caliban and the Witch, S. 162

 

Material 14: G. Alexander and S.T. Selesnick in „The History of Psychiatry“ (1978):

 

„The accused witches oftentimes played into the hands of the persecutors. A witch relieved her guilt by confessing her sexual fantasies in open court; at the same time, she achieved some erotic gratification by dwelling on all the details before her male accusers. These severely emotionally disturbed women were particularly susceptible to the suggestion that they harbored demon and devils and would confess to cohabiting with evil spirits, much as disturbed individuals today, influenced by newspaper headlines, fantasy themselves as sought-after murderers.“

zitiert nach Federici, Caliban and the Witch, S. 163

 

Material 15: John Riddle, Eve’s Herbs. A History of Contraception in the West (1999)

Middle Ages (Mittelalter

Frauen verfügen über Wissen zur Herstellung von Verhütungsmitteln – Kräuter, Tränke etc. – mit denen…

·         … Unfruchtbarkeit hergestellt werden konnte

·         … ein Schwangerschaftsabbruch eingeleitet werden konnte

 

Modern Period (Neuzeit)

·         Frauen wird die Kontrolle über Fortpflanzung genommen: Kriminalisierung der Verhütung und Abtreibung

·         Frauen werden in bisher nicht dagewesenem Ausmaß  auf Reproduktionsarbeit festgelegt (= Kinder und Haushalt)

·         Frauen werden aus Zünften (Berufsvereinigungen) hinausgedrängt

 

 

Material 16: Feministisch orientierte Historikerinnen erklären die Geschichte der Hexenverfolgungen

Die Untersuchung des Geschlechts (überwiegend weiblich) und der sozialen Klasse (ärmere Schichten) der „Hexen“ lässt für feministisch orientierte HistorikerInnen den Schluss zu, dass die Hexenverfolgungen …

  • … deshalb stattfanden, weil Hexen bzw. Frauen eine Bedrohung für die sich neu entwickelnden Machtstrukturen darstellten
  • … deshalb stattfanden, weil Hexen bzw. Frauen der ungehinderten Entfaltung neuer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Verhältnisse (= Frühkapitalismus) im Weg standen
  • … ein über zwei Jahrhunderte dauernder Krieg gegen die Frauen in Europa ebenso wie gegen die indigenen Frauen in Amerika war
  • … ein zentraler Teil des Prozesses der Abwertung der Frauen(-arbeit) und der Unterordnung der Frauen unter die Hoheit des Familienvaters waren
  • … ein Angriff auf die weibliche Kontrolle über die Reproduktion (= Kinderproduktion) waren. Diese war ein Hindernis für das – von den Machthabern seit dem 16. Jahrhundert verfolgte – Ziel einer Anhebung der Bevölkerungszahl. Der französische Jurist und „Politikberater“ Jean Bodin schrieb: „Man sollte sich nie davor fürchten, zu viele Untertanen oder Bürger zu haben, denn die Macht eines Gemeinwesens liegt in seinen Menschen.“
  • … das Ziel hatten, die Macht der Frauen zu brechen, welche sie durch ihre Sexualität, durch ihre Kontrolle über die Reproduktion und durch ihre Heilfähigkeit erlangt hatten

Geschichte der Hexenverfolgung


Das Wort „Hexerei“ wurde erstmals in einem Inquisitionsprozess in Luzern 1420 verwendet, und zwar für weibliche Häretikerinnen (Ketzerinnen) ebenso wie für Juden. Es besteht in gewissem Ausmaß eine Kontinuität von Judenverfolgung und Hexenverfolgung. Juden wurden im (Spät-)Mittelalter unter anderem auch als Giftmischer, Zauberer und Teufelsverehrer dargestellt. Weit verbreitet war auch die Vorstellung, dass Juden Ritualmorde an christlichen Kindern durchführten. Noch bis ins späte 20. Jahrhundert fanden in Tirol kirchliche Prozessionen zu Ehren des „Anderle von Rinn“ statt, das von Juden rituell ermordet worden sein soll.

Tatbestände, wegen denen Hexen angeklagt  wurden:

(mehr …)

>>> Link zum Quiz „Erfindungen, Entdeckungen und Eroberungen“

>>> Link zum Quiz „Slavery in the Early Modern Period“

>>> Die Neuzeit: Erfindungen, Entdeckungen und Eroberungen als PDF

>>> Slavery in the Early Modern Period als PDF

>>> Gelehrte und Erfinder verändern die Welt als PDF

Die Entwicklung neuer Waffen

Das Schießpulver, das in China erfunden worden war, gelangte im 14. Jahrhundert über die islamische Welt nach Europa.
Dadurch wurde die Entwicklung von sogenannten Feuerwaffen ermöglicht. Zu den neuen Waffen zählten Pistolen und Gewehre (= Musketen) sowie Kanonen.Dagegen waren die Waffen der Ritter wie z.B. Schwerter oder Lanzen wirkungslos.
Deshalb wurden die Ritterheere durch zahlenmäßig größere Heere von Fußsoldaten (= „Landsknechte“) ersetzt, die mit Gewehren bewaffnet waren.

Neue Erfindungen für die Seefahrt

Neue, hochseetaugliche Schiffe machten lange Reisen über die Ozeane. Eine weitere Erfindung aus China war der Kompass. Dieser erleichterte ebenso wie das Fernrohr die Navigation der Seeleute auf dem offenen Meer.

Neuzeit_Entdeckungsreisen_Karte

Die Suche nach einem Seeweg nach Indien

Europäische Seefahrer suchten einen Seeweg nach Indien, der den Landweg durch das Osmanische Reich ersetzen konnte. Vasco Da Gama landete nach der Umsegelung des Kaps der Guten Hoffnung (= Südspitze Afrikas) 1498 in Indien. Mit der von Fernando Magellan geplanten und auch geglückten Weltumsegelung war die Kugelgestalt der Erde bewiesen.

Der große Irrtum des Christoph Columbus

Der Kartograf Toscanelli zeichnete eine Weltkarte, wobei der den Umfang der Erde stark unterschätzte.
Nach dem Studium der Weltkarte wollte Christoph Columbus den „Westweg nach Indien“ finden, d.h. einen Seeweg nach Ostasien und Indien in westlicher Richtung.
Er startete im Auftrag des spanischen Königs und landete am 12. Oktober 1492 auf einer Insel, die heute zu den Bahamas zählt. Im Glauben, den Westweg nach Indien (= Ostasien) gefunden zu haben, starb Columbus im Jahr 1506.

Der italienische Geograf Amerigo Vespucci erkundete um 1500 die Küsten Südamerikas und kam schließlich zur Erkenntnis, dass es sich nicht um die Küsten Ostasiens, sondern um einen eigenen Kontinent handelte.

Die Eroberung Amerikas

Mit den Entdeckungen begann zugleich auch die Eroberung der „Neuen Welt“. Gleich nach der Rückkehr von Kolumbus ließ sich der spanische König vom Papst das Recht geben, die neu entdeckten Gebiete in Besitz zu nehmen.
Ein wichtiges Motiv für die Eroberung Amerikas war die Suche nach Goldvorkommen. Ein weiteres war die Besitznahme von Land für den Anbau von Rohstoffen wie Zuckerrohr und Baumwolle.
Im Auftrag der spanischen Krone fand bald schon die systematische Eroberung Mittel- und Südamerikas statt, wobei die Europäer mit großer Brutalität vorgingen. Cortez leitete seit 1519 die Eroberung (= die „Conquista“) des Aztekenreichs im heutigen Mexiko, Pizarro die Eroberung der Inkas in Südamerika. Mehrere Millionen Ureinwohner Amerikas wurden von den spanischen Eroberern versklavt. Sie wurden gezwungen, in Bergwerken und auf Plantagen zu arbeiten. Dabei starb innerhalb weniger Jahrzehnte ein Großteil der amerikanischen Ureinwohner an Entkräftung sowie an Krankheiten (Pocken, Masern), die aus Europa eingeschleppt wurden.

In the early Modern Period the so called „Triangular Trade“ developed:

Neuzeit_Dreieckshandel

>>> Allmende, Grundherren und Hörige: Wichtige Begriffe aus der frühen Neuzeit als PDF

>>> Aufgaben zur Dokumentation über Martin Luther und die Reformation – TRUE-FALSE als PDF

>>> Die 12 Artikel der Bauern von 1525 als PDF

 >>> Mind-Map zur Reformation, zu Martin Luther und seiner Kritik an der Katholischen Kirche als PDF

>>> Mind-map zum Bauernkrieg im 16. Jahrhundert als PDF

Für die Landbevölkerung in Deutschland und anderen Gegenden in Europa hatte sich durch die Entdeckung Amerikas nicht viel zum Besseren verändert. Die meisten Bauern waren weiter ihren Grundherren hörig oder leibeigen. Die kirchlichen und weltlichen Grundherren, also die Bischöfe, Äbte und Grafen, verlangten von den Bauern immer mehr Frondienste.

Viele Grundherren entzogen den Bauern alte Rechte , z.B. das Recht, Fische zu fangen in Seen und Bächen, oder das Recht, Holz zu schlagen im Gemeindewald. Sogar das Einsammeln von Holz, das am Boden lag, sollte den Bauern verboten werden. Wälder und Weiden, die allen Menschen einer Gemeinde zur Verfügung standen, wurden als „Allmende“ bezeichnet. Die adeligen Grundherren versuchten, diese Allmende zu ihrem Privateigentum zu machen, sie also zu „privatisieren“.

Die Abgaben an den Grundherren hatten die Bauern jahrhundertlang immer in Naturalien geleistet, also sie mussten von der Ernte einen Teil abgeben. Nunmehr forderten viele Grundherren aber, dass die Bauern ihre Abgaben in Geld leisten sollten, was für ärmere Kleinbauern unmöglich war. Nach dem Tod eines Bauern mussten die Hinterbliebenen des Verstorbenen die Hälfte des Besitzes an den Grundherren abtreten. Dieser sogenannte „Todfall“ wurde von den Bauern als untragbare Belastung empfunden. Hörige Bauern, die ihre Abgaben nicht mehr leisten konnten, wurden zu Leibeigenen ihres Grundherren. In vielen Fällen waren die Grundherren kirchliche Einrichtungen wie Klöster oder Bischöfe.

Die Katholische Kirche bestimmte über Jahrhunderte viele Lebensbereiche der Menschen in Europa. Sie bestimmte darüber, welches Verhalten als gut und anständig galt und welches Verhalten als verwerflich, sündhaft und schlecht verurteilt wurde. Deshalb haben immer wieder Menschen das Verhalten des Papstes und das Luxusleben vieler kirchlicher Würdenträger kritisch betrachtetet. Das war allerdings nicht ohne Risiko: Menschen, die sich mit der Kirche kritisch auseinandersetzten, so wie z.B. der tschechische Priester Jan Hus, wurden nicht selten als Ketzer verurteilt auf dem Scheiterhaufen bei lebendigem Leibe verbrannt.

Der Mönch Martin Luther sprach sich dagegen aus, dass die Bauern ausgebeutet wurden, nur um damit den Luxus des Papstes und der Kirche zu finanzieren. Besonders kritisierte Luther die Vorstellung, dass man gegen eine Geldzahlung an die Kirche, also durch den Kauf eines Ablassbriefes, die Vergebung der Sünden erlangen könne.

Luther musste am Reichstag in Worms 1521, wo auch Kaiser Karl V. anwesend war, erscheinen. Er war aber nicht bereit, seine Kritik an der Kirche zu widerrufen (= zurückzunehmen). Dieses mutige Auftreten war für viele Bauern in Deutschland ein Signal, für eine Verbesserung ihrer Lage zu kämpfen.

Luther wurde von Kaiser Karl V. für vogelfrei erklärt. Der einflussreiche Kurfürst von Sachsen versteckte Martin Luther aber auf der Wartburg, um ihn zu schützen. Martin Luther übersetzte in seinem Versteck die Heilige Schrift ins Deutsche. Dabei bemühte er sich darum, den Leuten „auf’s Maul zu schauen“. Er verwendete also eine Sprache, die die Menschen wirklich verstanden. Die Übersetzung der Bibel war ein wesentlicher Beitrag zur Entstehung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache. Die deutsche Übersetzung der Bibel machte es den Bauern möglich, nachzuprüfen, was in der Heiligen Schrift tatsächlich geschrieben steht. Damit hatten die Bauern auch die Möglichkeit, sich auf Stellen in der Heiligen Schrift zu beziehen, um ihre Forderungen zu rechtfertigen.

KARTE des Bauernkriegs im 16. JahrhundertIm Jahr 1524 erreichen die Konflikte zwischen Bauern und Grundherren erstmals einen Höhepunkt. In diesem Jahr verweigerten die Bauern massenhaft, den Grundherren die Abgaben zu entrichten.

Eine Vielzahl von Priestern, soldarisierten sich mit den Bauern und ihren Forderungen. Einer von ihnen war Thomas Müntzer. Müntzer predigte, dass Jesus auf der Seite der Armen steht. Die Herrschaft der Adeligen, die selbst in Luxus leben, während die Bauern in Armut und Elend leben müssen, sei ungerecht. Er predigte, dass die Bauern der Obrigkeit (= den Adeligen) nicht bedingunglosen Gehorsam schuldig sind, wenn die Adeligen ungerecht sind. Gott duldet keine Tyrannei, sondern verspreche allen Menschen Freiheit und Gleichheit.

Im Frühjahr 1525 wurden mehr als hundert Beschwerden über Zwangsarbeit und andere Missstände von Bauern zusammengetragen und als Sammelklage gegen die Adeligen vor Gericht eingebracht. Am 6. März 1525 trafen sich in Memmingen (im südwestlichen Bayern) Vertreter der Bauern, um sich zu beraten. Das Ergebnis dieses Treffens waren die Zwölf Artikel, das waren die wichtigsten Forderungen der Bauern.

In den zwölf Artikeln forderten die Bauern, dass die Gemeinde ihren Pfarrer selber wählen sollte, damit dieser für sie das „reine Evangelium“ predigt und nicht die Rechtmäßigkeit der adeligen Abgaben predigt. Die Bauern forderten auch, dass die Willkür der grundherrlichen Gerichte beendet werden müsse. Weiters forderten sie die Abschaffung der Erbschaftssteuer („Todfall“) in der Höhe der Hälfte des bäuerlichen Besitzes. Auch die Frage der Frondienste spielte eine wichtige Rolle. Diese wurden willkürlich von den Grundherren in immer höherem Ausmaß eingefordert. Die Bauern forderten, dass die Frondienste nicht einseitig von den Grundherren erhöht werden dürfen. Die Bauern forderten auch „Freiheit“. Damit meinten sie, dass die Leibeigenschaft ersatzlos abgeschafft werden sollte. Die Allmende (= Gemeindewiesen und Äcker) soll allen Bauern gemeinsam zur Verfügung stehen und sie soll nicht von den Grundherren „privatisiert“ werden

Mind-map zum Bauernkrieg im 16. JahrhundertDen adeligen Herrschern, die nicht bereit waren, die Forderungen der Bauern zu erfüllen, wurde der Kampf angesagt. Die Bauern belagerten Burgen und Klöster der Grundherren und forderten von diesen die Annahme der 12 Artikel. Wenn sich die Adeligen weigerten, griffen sie Burgen und Klöster an, um sie zu erobern und die Annahme der 12 Artikel zu erzwingen.

Die Aufstände dehnten sich im Frühjahr 1525 über weite Gebiete des Deutschen Reichs aus. Im süddeutschen Raum erhoben sich die Bauern zwischen dem Elsass (Rhein), dem Schwarzwald, der heutigen Schweiz und Bayern. Nach Norden dehnte sich der Bauernkrieg im Frühjahr 1525 bis zum Main, nach Thüringen und nach Sachsen aus.  Dieser „Bauernkrieg“ endete mit militärischen Niederlagen der Bauern. Die Bauern waren gegen die mit Feuerwaffen und Kanonen schwer bewaffneten Söldnerheere der Landesfürsten sowie des Kaisers Karl V. unterlegen. Es folgten zahlreiche Hinrichtungen von Bauern, die sich dem Aufstand angeschlossen oder ihn unterstützt hatten, zehntausende verloren ihr Leben. Ein Pfarrer aus der Schweiz meinte, dass innerhalb eines Jahres noch nie „soviel Christenblut vergossen“ worden sei „durch den Henker“.

Nachdem sich die Bauern in Österreich im Jahr 1525 nicht erhoben hatten, kam es im Jahr 1526 in Tirol, Salzburg und in Oberösterreich ebenfalls zu Bauernerhebungen. Die Aufstände der Bauern waren in erster Linie von ihren zeitgenössischen Gegnern als „Bauernkrieg“ bezeichnet worden. Inzwischen hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass es sich beim Bauernkrieg um die erste Revolution auf dem Gebiet des heutigen Deutschland (und Österreich) handelt. Die Forderungen nach Grundrechten oder Menschenrechten wie „Freiheit“ und die Beendigung der Willkür der Grundherren werden als frühe demokratische Forderungen gesehen. Historiker haben deshalb die alternative Bezeichnung „Revolution des gemeinen Mannes“ vorgeschlagen.

Bis ins 20. Jahrhundert herrschte die Auffassung, dass die „Revolution des gemeinen Mannes“ in einer vollständigen Niederlage für die Bauern geendet habe. Es hat aber auch einige Verbesserungen für die Bauern gegeben hat. Im süddeutschen Raum wurden die erdrückend hohen Erbschaftssteuern verringert und das Recht auf freie Heirat gewährt.

 

  1.  What does Howard Zinn tell us about the celebrations of the 400-year-anniversary (Quatricentennial) of Columbus‘ arrival in America in 1892? What – according to Howard Zinn – has changed in the meantime?
  2.  Chauncy Depew, speaking at the celebrations of the Quatricentennial in 1892, told his audience what he detested about the “spirit of historical inquiry.” What did Mr. Depew detest about the “spirit of historical inquiry” and why did he detest it so much?
  3. What are the facts about Columbus that are – according to Howard Zinn – generally accepted by all historians, by critical historians as well as admirers of Columbus?
  4. What does Howard Zinn criticize about the entries on Columbus and Las Casas in the Columbia Encylopedia?
  5. According to Howard Zinn, why is it important for historians to make clear what facts they are emphasizing in their particular telling the history of Columbus or any other person or period in history?
  6. Some historians have made the point, that it is „unhistorical“ to judge Columbus using our modern values because after all, Columbus lived around 1500. What does Howard Zinn say about this issue?
  7. Howard Zinn says that the important point is not to judge Columbus, because Columbus doesn’t ask us for a „letter of recommendation“ and because it is „too late for that.“ Why is it then, that we should be critical of Columbus and what he did? And why do many people feel uncomfortable with such critiques of Columbus?

Columbus – discovery and conquest

Arawak men and women from the island Guanahani, naked, tawny, and full of wonder, emerged from their villages onto the island’s beaches and swam out to get a closer look at the strange big boat. It was October, 12th 1492, thirty-three days since he and his crew had left the Canary Islands, off the Atlantic coast of Africa, when Columbus and his sailors came ashore, carrying swords, speaking oddly, the Arawaks ran to greet them, brought them food, water, gifts. Columbus later wrote of this in his log:

The Arawaks of the island Guanahani, one of the Bahamas islands, were much like Indians on the mainland, who were remarkable (European observers were to say again and again) for their hospitality, their belief in sharing.

Source: They … brought us parrots and balls of cotton and spears and many other things, which they exchanged for the glass beads and hawks‘ bells. They willingly traded everything they owned… They were well-built, with good bodies and handsome features…. They do not bear arms, and do not know them, for I showed them a sword, they took it by the edge and cut themselves out of ignorance. They have no iron. Their spears are made of cane…

These traits did not stand out in the Europe of the Renaissance, dominated as it was by the religion of popes, the government of kings, the frenzy for money that marked Western civilization and its first messenger to the Americas, Christopher Columbus. Columbus wrote:

Source: They [the natives] will make fine servants…. With fifty men we could subjugate them all and make them do whatever we want. […]As soon as I arrived in the Indies, on the first Island which I found, I took some of the natives by force in order that they might learn and might give me information of whatever there is in these parts.

The information that Columbus wanted most was: Where is the gold? He had persuaded the king and queen of Spain to finance an expedition to the lands, the wealth, he expected would be on the other side of the Atlantic – the Indies and Asia, gold and spices. For, like other informed people of his time, he knew the world was round and he could sail west in order to get to the Far East.

Spain was recently unified, one of the new modern nation-states, like France, England, and Portugal. Its population, mostly poor peasants, worked for the nobility, who were 2 percent of the population and owned 95 percent of the land. Spain had tied itself to the Catholic Church, expelled all the Jews, driven out the Moors. Like other states of the modern world, Spain sought gold, which was becoming the new mark of wealth, more useful than land because it could buy anything.

There was gold in Asia, it was thought, and certainly silks and spices. Now that the Turks had conquered Constantinople and the eastern Mediterranean, and controlled the land routes to Asia, a sea route was needed. Portuguese sailors were working their way around the southern tip of Africa. Spain decided to gamble on a long sail across an unknown ocean.

Neuzeit_Columbus_Voyages

Columbus‘ first voyage

In return for bringing back gold and spices, king Ferdinand of Spain promised Columbus 10 percent of the profits, governorship over new-found lands, and the fame that would go with a new title: Admiral of the Ocean Sea. He was a merchant’s clerk from the Italian city of Genoa, the son of a skilled weaver, and expert sailor. He set out with three sailing ships, the largest of which was the Santa Maria, perhaps 100 feet long, and thirty-nine crew members.

Columbus would never have made it to Asia, which was thousands of miles farther away than he had calculated, imagining a smaller world. He would have been doomed by that great expanse of sea. But he was lucky. One-fourth of the way there he came upon an unknown, uncharted land that lay between Europe and Asia – the Americas. It was early October 1492, and thirty-three days since he and his crew had left the Canary Islands, off the Atlantic coast of Africa. The first man to sight land was supposed to get a yearly pension of 10,000 maravedis[1] for life. But the sailor called Rodrigo, who on October 12th had seen the early morning moon shining on white sands of an island in the Bahamas, the Caribbean sea, never got it. Columbus claimed he had seen a light the evening before. He got the reward.

So, approaching land, they were met by the Arawak Indians, who swam out to greet them. The Arawaks lived in village communes, had a developed agriculture of corn, yams, cassava[2]. They could spin and weave, but they had no horses or work animals. They had no iron, but they wore tiny gold ornaments in their ears.

This was to have enormous consequences: it led Columbus to take some of them aboard ship as prisoners because he insisted that they guide him to the source of the gold. He then sailed to what is now Cuba, then to Hispaniola (the island which today consists of Haiti and the Dominican Republic). There, bits of visible gold in the rivers, and a gold mask presented to Columbus by a local Indian chief, led to wild visions of gold fields.

On Hispaniola, out of timbers from the Santa Maria, which had run aground, Columbus built a fort, the first European military base in the Western Hemisphere. He called it Navidad (Christmas) and left thirty-nine crewmembers there, with instructions to find and store the gold. He took more Indian prisoners and put them aboard his two remaining ships. At one part of the island he got into a fight with Indians who refused to trade as m any bows and arrows as he and his men wanted. Two were run through with swords and bled to death. Then the Nina and the Pinta set sail for the Azores and Spain. When the weather turned cold, the Indian prisoners began to die. Columbus’s report to the Court in Madrid was extravagant. He insisted he had reached Asia (it was Cuba) and an island off the coast of China (Hispaniola). His descriptions were part fact, part fiction:

Source: Hispaniola is a miracle. Mountains and hills, plains and pastures, are both fertile and beautiful … the harbors are unbelievably good and there are many wide rivers of which the majority contain gold. . . There are many spices, and great mines of gold and other metals… The Indians are so naive and so free with their possessions that no one who has not witnessed them would believe it. When you ask for something they have, they never say no. To the contrary, they offer to share with anyone.

[Asking for a little help from your Majesties] in return I bring you from my next voyage as much gold as you need … and as many slaves as you ask. Thus the eternal God, our Lord, gives victory to those who follow His way over apparent impossibilities.

Columbus‘ return

Because of Columbus’s exaggerated report and promises, his second expedition was given seventeen ships and more than twelve hundred men. The aim was clear: slaves and gold. They went from island to island in the Caribbean, taking Indians as captives. But as word spread of the Europeans‘ intent they found more and more empty villages. On Haiti, they found that the sailors left behind at Fort Navidad had been killed in a battle with the Indians, after they had roamed the island in gangs looking for gold, taking women and children as slaves for sex and labor.

Now, from his base on Haiti, Columbus sent expedition after expedition into the interior. They found no gold fields, but had to fill up the ships returning to Spain with some kind of dividend. In the year 1495, they went on a great slave raid, rounded up fifteen hundred Arawak men, women, and children, then picked five hundred of them to load onto ships. Of those five hundred, two hundred died en route. The rest arrived alive in Spain and were put up for sale by the archdeacon of the town, who reported that, although the slaves were „naked as the day they were born,“ they showed „no more embarrassment than animals.“ Columbus later wrote: „Let us in the name of the Holy Trinity go on sending all the slaves that can be sold.“

But too many of the slaves died in captivity. And so Columbus, desperate to pay back dividends to those who had invested, had to make good his promise to fill the ships with gold. In the province of Cicao on Haiti, where he and his men imagined huge gold fields to exist, they ordered all persons fourteen years or older to collect a certain quantity of gold every three months. When they brought it, they were given copper tokens to hang around their necks.

Indians found without a copper token had their hands cut off and bled to death. The Indians had been given an impossible task. The only gold around was bits of dust garnered from the streams. So they fled, were hunted down with dogs, and were killed.

Trying to put together an army of resistance, the Arawaks faced Spaniards who had armor, muskets, swords, horses. When the Spaniards took prisoners they hanged them or burned them to death. In two years, through murder, mutilation, or suicide, half of the 250,000 Indians on Haiti were dead.

When it became clear that there was no gold left, the Indians were taken as slave labor on huge estates, known later as encomiendas. They were worked at a ferocious pace, and died by the thousands. By the year 1515, there were perhaps fifty thousand Indians left. By 1550, there were five hundred. A report of the year 1650 shows none of the original Arawaks or their descendants left on the island.

  The suffering of the native Americans

The chief source – and, on many matters the only source – of information about what happened on the islands after Columbus came is Bartolomé de las Casas, who, as a young priest, participated in the conquest of Cuba in 1513. For a time he owned a plantation on which Indian slaves worked, but he gave that up and became a vehement critic of Spanish cruelty. Las Casas transcribed Columbus’s journal and, in his fifties, began a multivolume History of the Indies. In it, he describes the Indians. They are agile, he says, and can swim long distances, especially the women. They are not completely peaceful, because they do battle from time to time with other tribes, but their casualties seem small, and they fight when they are individually moved to do so because of some grievance, not on the orders of captains or kings. Women in Indian society were treated so well as to startle the Spaniards. Las Casas describes Indian societies:

De las Casas - "Short Account of the Destruction of the Indies" from 1552

Cover of Bartolomé de las Casas‘ „Short Account of the Destruction of the Indies“ from 1552

 

Source: Marriage laws are non-existent men and women alike choose their mates and leave them as they please, without offense, jealousy or anger. They multiply in great abundance; pregnant women work to the last minute and give birth almost painlessly; up the next day, they bathe in the river and are as clean and healthy as before giving birth. If they tire of their men, they give themselves abortions with herbs that force stillbirths, covering their shameful parts with leaves or cotton cloth; although on the whole, Indian men and women look upon total nakedness with as much casualness as we look upon a man’s head or at his hands.

The Indians have no religion, at least no temples. They live in large communal bell-shaped buildings, housing up to 600 people at one time … made of very strong wood and roofed with palm leaves…. They put no value on gold and other precious things. They lack all manner of commerce, neither buying nor selling, and rely exclusively on their natural environment for maintenance. They are extremely generous with their possessions and by the same token covet the possessions of their friends and expect the same degree of liberality.

Las Casas at first urged replacing Indians by black slaves, thinking they were stronger and would survive, but later relented when he saw the effects on blacks. In Book Two of his History of the Indies, Las Casas tells about the relationship between  Indians and Europeans:

Source: Endless testimonies […] prove the mild and pacific temperament of the natives…. But our work was to exasperate, ravage, kill, mangle and destroy; small wonder, then, if they tried to kill one of us now and then…. The admiral, it is true, was blind as those who came after him, and he was so anxious to please the King that he committed irreparable crimes against the Indians….

The Spaniards grew more conceited every day and after a while refused to walk any distance. They were carried on hammocks by Indians. In this case they also had Indians carry large leaves to shade them from the sun and others to fan them with goose wings.

The Spaniards thought nothing of knifing Indians by tens and twenties and of cutting slices off them to test the sharpness of their blades. Two of these so-called Christians met two Indian boys one day, each carrying a parrot; they took the parrots and for fun beheaded the boys.

The Indians‘ attempts to defend themselves failed. And when they ran off into the hills they were found and killed.

Indian men were forced to work in the gold mines. After six or eight months‘ work in the mines, which was the time required of each crew to dig enough gold for melting, up to a third of the men died.  Las Casas describes the working conditions in the mines:

Source: The Indians suffered and died in the mines and other labors in desperate silence, knowing not a soul in the world to whom they could turn for help. […] mountains are stripped from top to bottom and bottom to top a thousand times; they dig, split rocks, move stones, and carry dirt on their backs to wash it in the rivers, while those who wash gold stay in the water all the time with their backs bent so constantly it breaks them; and when water invades the mines, the most arduous task of all is to dry the mines by scooping up pansful of water and throwing it up outside….

While the men were sent many miles away to the mines, the wives remained to work the soil, forced into the job of digging and making thousands of hills for cassava plants. Thus husbands and wives were together only once every eight months and when they met they were so exhausted and depressed and finally they ceased to procreate. Las Casas writes in his book:

Source: As for the newly born, they died early because their mothers, overworked and famished, had no milk to nurse them, and for this reason, while I was in Cuba, 7000 children died in three months. Some mothers even drowned their babies from sheer desperation…. in this way, husbands died in the mines, wives died at work, and children died from lack of milk . .. and in a short time this land which was so great, so powerful and fertile … was depopulated. … My eyes have seen these acts so foreign to human nature, and now I tremble as I write.

Las Casas estimates the numbers of Indians who perished:

Source: When I arrived on Hispaniola in 1508, there were 60,000 people living on this island, including the Indians; so that from 1494 to 1508, over three million people had perished from war, slavery, and the mines. Who in future generations will believe this? I myself writing it as a knowledgeable eyewitness can hardly believe it….“

Thus began the history, more than five centuries ago, of the European invasion of the Indian settlements in the Americas. That beginning, when you read Las Casas – even if his figures are exaggerations (were there 3 million Indians to begin with, as he says, or less than a million, as some historians have calculated?) – is conquest, slavery and death.

Cortez and Pizarro – The conquest continues

What Columbus did to the Arawaks of the Bahamas, Cortes did to the Aztecs of Mexico, Pizarro to the Incas of Peru, and the English settlers of Virginia and Massachusetts to the Powhatans and the Pequots.

The Aztec civilization of Mexico came out of the heritage of Mayan, Zapotec, and Toltec cultures. It built enormous constructions from stone tools and human labor, developed a writing system and a priesthood. It also engaged in (let us not overlook this) the ritual killing of thousands of people as sacrifices to the gods. The cruelty of the Aztecs, however, did not erase a certain innocence, and when a Spanish armada appeared at Vera Cruz, and a bearded white man came ashore, with strange beasts (horses), clad in iron, it was thought that he was the legendary Aztec man-god who had died three hundred years before, with the promise to return-the mysterious Quetzalcoatl. And so they welcomed him, with munificent hospitality.

That was Hernando Cortes, come from Spain with an expedition financed by merchants and landowners and blessed by the deputies of God, with one obsessive goal: to find gold. In the mind of Montezuma, the king of the Aztecs, there must have been a certain doubt about whether Cortes was indeed Quetzalcoatl, because he sent a hundred runners to Cortes, bearing enormous treasures, gold and silver wrought into objects of fantastic beauty, but at the same time begging him to go back. The painter Albrecht Dürer a few years later described what he saw from that expedition – a sun of gold, a moon of silver, worth a fortune.

Bartolomé de las Casas depicted as Savior of the Indians in a later painting by Felix Parra

Bartolomé de las Casas depicted as Savior of the Indians in a later painting by Felix Parra

 

 

 

Cortes then began his march of death from town to town, using deception, turning Aztec against Aztec, killing with the kind of deliberateness that accompanies a strategy – to paralyze the will of the population by a sudden frightful deed. And so, in Cholulu, he invited the headmen of the Cholula nation to the square. And when they came, with thousands of unarmed retainers, Cortes’s small army of Spaniards, posted around the square with cannon, armed with crossbows, mounted on horses, massacred them, down to the last man. Then they looted the city and moved on. When their cavalcade of murder was over they were in Mexico City, Montezuma was dead, and the Aztec civilization, shattered, was in the hands of the Spaniards. All this is told in the Spaniards‘ own accounts.

In Peru, that other Spanish conquistador Pizarro, used the same tactics, and for the same reasons – the frenzy in the early capitalist states of Europe for gold, for slaves, for products of the soil, to pay the bondholders and stockholders of the expeditions, to finance the state bureaucracies and standing armies rising in Western Europe, to spur the growth of the new money economy rising out of feudalism, to participate in what later was called „the primitive accumulation of capital.“ These were the violent beginnings of an intricate system of technology, business, politics, and culture that would dominate the world for the next five centuries.

 

Neuzeit_Hexen_Amerika_Vespucci_Kannibalen

Quelle 8 Amerigo Vespucci landing on the South American coast in 1497. Before him, lying on a hammock, is „America“. Behind her some cannibals are roasting human remains. Engraving by Théodore Galle (1589)

[1] Spanish currency[2] Cassava, also known as manioc, is extensively cultivated as an annual crop in tropical regions. It is the third-largest source of food carbohydrates in the tropics.

 

 

 

Justizwesen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (bis ins 18. Jahrhundert) (= Folter, Marter, Todesstrafe) [D]

>>> Radiobeitrag über die Hexenverfolgung in Franken (Bayern) im 16. und 17. Jahrhundert zum Anören

>>> Justizwesen in der frühen Neuzeit als PDF

>>> Hinrichtungen in Frankreich vor 1789 als PDF

Sklaverei in Amerika in der Neuzeit

>>> Slavery in the Early Modern Period als PDF

>>> Radiobeitrag zu „Der Kampf gegen die Sklaverei“ zum Anhören

Englische Kolonien in Nordamerika – The American Revolution 1776 [E]

>>> Radiobeitrag über die „Boston Tea Party“ und die Unabhängigkeitsbewegung der englischen Kolonien in Amerika in den 1770er Jahren zum Anhören

Die Frauen in der Französischen Revolution 1789

>>> Fragen stellen zur Französischen Revolution

>>> Radiobeitrag über die französische Frauenrechtlerin Olympe de Gouges zum Anhören

>>> Radiobeitrag über „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – Die Französische Revolution“ zum Anhören

Aufstieg und Fall Napoleons

>>> Fernsehbeitrag über Napoleon zum Ansehen

>>> Radiobeitrag über Napoleon Bonaparte zum Anhören

The History of Native Americans in the 18th and 19th Century  [E]

>>> Radiobeitrag über Indianer in Neu-England: Sie landeten mitten auf unserem Land zum Anhören (Dauer: 19 Minuten)

>>> Radiobeitrag über die Schlacht am Little Bighorn zum Anhören

Die Bewegung für die Frauenbefreiung im 19. Jahrhundert [E + D]

>>> Überblick über die Geschichte der Frauenbefreiung als Zeitleiste

>>> Radiobeitrag über die Bewegung für das Frauenwahlrecht in England im späten 19. und frühen 20.  Jahrhundert zum Anhören

The American Civil War and the End of Slavery in North America  [E]

>>> Radiobeitrag über den American Civil War (Bürgerkrieg) zum Anhören

Die Industrielle Revolution: Technische Erfindungen verändern die Welt   [D + E]

>>> Radiobeitrag über die Industrielle Revolution und ihre sozialen Folgen (23 Minuten)

>>> Radiobeitrag über James Watt und die Dampfmaschine (23 Minuten)

>>> Radiobeitrag über die Industrialisierung und die erste Eisenbahn in Bayern im 19. Jahrhundert zum Anhören

>>> Radiobeitrag über die Erfindung des maschinellen Webstuhls 1805 zum Anhören

Fußball – Ein Spiel erobert Europa und große Teile der Welt

>>> Geschichte der Entstehung des Fußballsports im 19. Jahrhundert als PDF

>>> Aufgaben zu den 12 Artikeln der Bauern und Thomas Müntzer als PDF

>>> Der Bauernkrieg und die Reformation als PDF

>>> Bauernkriege und die Reformation – Der Link zum QUIZ

>>> LINK zu „Thomas Müntzer und der Kampf der Bauern“ – Dokumentation aus der Reihe „Die Deutschen“ (Dauer 43 Minunten)

>>> TRUE-FALSE zur ZDF-Dokumentation über „Thomas Müntzer und der Kampf der Bauern“ als PDF

>> Mind-map zum Bauernkrieg im 16. Jahrhundert als PDF

Für die Landbevölkerung in Deutschland und anderen Gegenden in Europa hatte sich durch die Entdeckung Amerikas nicht viel zum Besseren verändert. Die meisten Bauern waren weiter ihren Grundherren hörig oder leibeigen. Die kirchlichen und weltlichen Grundherren verlangten von den Bauern immer mehr Frondienste. Viele Grundherren entzogen den Bauern alte Rechte (Fischfang, Holz schlagen im Gemeindewald) und versuchten, die ehemals für alle Bauern einer Gemeinde nutzbare Allmende zu „privatisieren“ Die Abgaben sollten die Bauern auch in Geld statt in Naturalien leisten, was nach Ansicht der Bauern gegen die heilige Schrift verstieß. Nach dem Tod eines Bauern mussten die Hinterbliebenen des Verstorbenen die Hälfte des Besitzes an den Grundherren abtreten. Dieser sogenannte „Todfall“ wurde von den Bauern als untragbare Belastung empfunden. Hörige Bauern, die ihre Abgaben nicht mehr leisten konnten, wurden zu Leibeigenen ihres Grundherren. In vielen Fällen waren die Grundherren kirchliche Einrichtungen wie Klöster oder Bischöfe.

Luthers Auftreten gegen die Zustände in der katholischen Kirche auf dem Reichstag in Worms 1521 war für viele Bauern in Deutschland ein Signal, für eine Verbesserung ihrer Lage zu kämpfen. Ihre wichtigsten Forderungen fassten die Bauern im Jahr 1525  in den 12 Artikeln zusammen. Den adeligen Herrschern, die nicht bereit waren, den Forderungen der Bauern entgegen zu kommen, wurde der Kampf angesagt. Während Martin Luther schließlich den Kampf der Bauern ablehnte, wurde der Priester Thomas Müntzer zum wichtigsten Sprachrohr der bäuerlichen Forderungen nach einer gerechteren Gesellschaft.

Luther sprach sich anfangs auch gegen die Ausbeutung der Bauern aus, um damit den Luxus des Papstes und der Kirche zu finanzieren. Insbesondere kritisierte Luther die Vorstellung, dass man gegen eine Geldzahlung an die Kirche (Ablassbriefe) die Vergebung der Sünden erlangen könne. Für ihn hatten gute Werke oder gutes Handeln insgesamt eine weniger große Bedeutung für das Seelenheil. Stattdessen erlangte die Gnade Gottes einen größeren Stellenwert. Nachdem Luther vom Kurfürsten von Sachsen – nach seinem Auftritt beim Reichstag in Worms – auf der Wartburg versteckt worden war, übersetzte Martin Luther in seinem Versteck die Heilige Schrift ins Deutsche. Dabei bemühte er sich darum, den Leuten „auf’s Maul zu schauen“, d.h. um eine Sprache, die die Menschen wirklich verstanden. Die Übersetzung der Bibel war ein wesentlicher Beitrag zur Entstehung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache. Die deutsche Übersetzung der Bibel machte es den Bauern möglich, nachzuprüfen, was in der Heiligen Schrift tatsächlich geschrieben steht. Damit hatten die Bauern auch die Möglichkeit, sich auf Stellen in der Heiligen Schrift zu beziehen, um ihre Forderungen zu rechtfertigen.

KARTE des Bauernkriegs im 16. JahrhundertThomas Müntzer war anfänglich auch ein Anhänger der Erneuerungsbewegung von Martin Luther. Ebenso wie Luther sprach sich Müntzer gegen das Zölibat aus und war für das Recht der Priester, eine Frau zu heiraten. Er war ebenfalls in Sachsen tätig, allerdings wechselte er öfters den Ort seines Wirkens. Ersmals gelangte er als Priester in Zwickau (Sachsen) in den Jahren 1520-1521 zu Bekanntheit.  Thomas Müntzer schätzte besonders die prophetischen Bücher der Bibel wie die Offenbarung des Johannes. Seine visionäre Auslegung der apokalyptischen Bibelteile führten ihn unter anderem dazu, in der mit Purpur bekleideten Hure Babylons (Offenbarung 17,4) die römisch-katholische Kirche zu sehen. In der Fürstenpredigt deutete Müntzer seine Zeit als das fünfte Reich, das ebenfalls – wie das Reich der Babylonier und der Römer, aus Eisen besteht, weil es Arme und Unschuldige unterdrückt. Er erinnerte die Christen daran, dass Jesus in einem Viehstall geboren worden sei. Jesus stehe deshalb auf Seiten der Armen und Unterdrückten. Diejenigen, die sich in Pelzmänteln kleiden und auf Seidenkissen sitzen, sind  – wörtlich – „Christo ein Greuel“.Thomas Müntzer meinte, dass die adeligen Herrscher mit ihrem Schwert entweder die göttliche Gerechtigkeit verwirklichen müssten oder, wenn sie dazu nicht in der Lage sind, dann wäre ihre Herrschaft nicht von göttlichem Ursprung und deshalb nicht legitim (gerechtfertigt). Gott dulde jedenfalls keine Tyrannei, sondern verheiße (= verspreche) allen Menschen Freiheit und Gleichheit.

Schon in den Jahrzehnten vor dem eigentlichen Bauernkrieg im Jahr 1525 hatte es im deutschsprachigen Raum zahlreiche Bewegungen der Bauern und der ärmeren Bevölkerung der Städte gegeben, so z.B. den sogenannten „Bundschuh“ sowie die Bewegung des „Armen Konrad“. Der Umbau von Klöstern und Kirchen im gotischen Stil kostete viel Geld, was die kirchlichen Grundherren durch höhere Abgaben von den Bauern zu bekommen hofften. Die Untertanen des Abtes von St. Gallen (Schweiz) verwüsteten im Juli 1489 einen fast fertigen Neubau eines Klosters in Rorschach am Bodensee (Schweiz), um gegen die überbordende Repräsentationslust der Kirche zu protestieren, die aus ihren Abgaben finanziert wurde. Im Jahr 1524 erreichen die Konflikte zwischen Bauern und Grundherren erstmals einen Höhepunkt. In diesem Jahr kam es besonders im südwestlichen Teil des Reichs, im Gebiet zwischen Schwarzwald und Bodensee, zu zahlreichen Fällen der Abgabenverweigerung durch Bauern. Dort begannen die Bauern auch damit, sich in „Haufen“ zu organisieren, wobei ihnen erfahrene Landsknechte als militärische Anführer zur Seite standen.

Eine Vielzahl von Priestern, nicht nur Thomas Müntzer, soldarisierten sich mit den Bauern und ihren Forderungen. Sie predigten das „reine Evangelium“ in der Sprache der Bauern und nicht, dass die Bauern der Obrigkeit bedingunglosen Gehorsam schuldig seien. Nicht zuletzt ermuntert durch Thomas Müntzer und andere Erneuerer in der Kirche forderten die Bauern Freiheit. Damit meinten sie die Abschaffung der Leibeigenschaft und eine Verringerung der  Frondienste. Die Bauern forderten auch im ersten ihrer 12 Artikel, dass die Gemeinde ihren Pfarrer selber wählen können sollte, damit dieser für sie das „reine Evangelium“ predigt und nicht die Rechtmäßigkeit der adeligen Abgaben predigt. Im Frühjahr 1525 wurden mehr als hundert Beschwerden über Zwangsarbeit und andere Missstände von Bauern zusammengetragen und als Sammelklage gegen die Adeligen vor Gericht eingebracht. Da die Gerichte aber oftmals im Sinne der Grundherren entschieden und auch althergebrachte Rechte der Bauern nicht mehr erfolgreich vor Gericht eingefordert werden konnten, trafen sich am 6. März 1525 in Memmingen (im südwestlichen Bayern) Vertreter des Allgäuer Haufens, des Bodensee-Haufens und anderer süddeutscher Bauernverbände, um sich zu beraten. Ergebnis der Verhandlungen waren die die Zwölf Artikel. Darin forderten die Bauern, dass die Willkür der grundherrlichen Gerichte beendet werden müsse, weiters die Abschaffung der Erbschaftssteuer („Todfall“) in der Höhe der Hälfte des bäuerlichen Besitzes. Auch die Frage der Frondienste spielte eine wichtige Rolle. Diese wurden willkürlich von den Grunherren in immer höherem Ausmaß eingefordert. Die Bauern forderten, dass die Frondienste nicht einseitig von den Grundherren erhöht werden dürfen. Die Leibeigenschaft sollte ersatzlos abgeschafft werden (= Forderung nach Freiheit). Die Allmende (= Gemeindewiesen und Äcker) soll allen Bauern gemeinsam zur Verfügung stehen und sie soll nicht von den Grundherren „privatisiert“ werden. Der Begriff „Privatisierung“ ist zwar modern und wurde so von den Bauern nicht verwendet. „Privatisierung“ beschreibt allerdings sehr gut, was die Grundherren mit der Allmende machten, nämlich sie aus den Händen der bäuerlichen Gemeinden in ihr privates Eigentum zu überführen und den Bauern den Zugang zur Allmende zu verwehren. Konkret forderten die Bauern die Entnahme von Holz aus den Gemeindewäldern (Bauholz, Brennholz) sowie das Jadrecht und das Recht auf Fischfang.

Die Aufstände dehnten sich im Frühjahr 1525 über weite Gebiete des Deutschen Reichs aus. Im süddeutschen Raum erhoben sich die Bauern zwischen dem Elsass (Rhein), dem Schwarzwald, der heutigen Schweiz und Bayern. Nach Norden dehnte sich der Bauernkrieg im Frühjahr 1525 bis zum Main, nach Thüringen und nach Sachsen aus. Die Bauern belagerten Burgen und Klöster der Grundherren und forderten von diesen die Annahme der 12 Artikel. Wenn sich die Adeligen weigerten, griffen sie Burgen und Klöster an, um sie zu erobern und die Annahme der 12 Artikel zu erzwingen. Thomas Müntzer hatte ebenfalls bereits erkannt, dass die Adeligen und Fürsten nicht bereit waren, für eine gerechte Gesellschaft zu sorgen, er stellte sich an die Spitze der revoltierenden Bauern. Deshalb hatte er schon im Jahr 1524 die Stadt Allstedt verlassen müssen. In Frankenhausen in Thüringen kam es im Mai 1525 zu einer großen Schlacht zwischen Bauernverbänden und den Armeen der adeligen Landesherren und des Kaisers. Diese Schlacht endete so wie auch andere mit einer militärischen Niederlage der Bauern, die gegen die mit Feuerwaffen und Kanonen schwer bewaffneten Söldnerheere der Landesfürsten sowie des Kaisers Karl V. unterlegen waren. Es folgten zahlreiche Hinrichtungen von Bauern, die sich dem Aufstand angeschlossen oder ihn unterstützt hatten, zehntausende verloren ihr Leben. Ein Pfarrer aus der Schweiz meinte, dass innerhalb eines Jahres noch nie „soviel Christenblut vergossen“ worden sei „durch den Henker“.

Nachdem sich die Bauern in Österreich im Jahr 1525 nicht erhoben hatten, kam es im Jahr 1526 in Tirol, Salzburg und in Oberösterreich ebenfalls zu Bauernerhebungen. Die Aufstände der Bauern waren in erster Linie von ihren zeitgenössischen Gegnern als „Bauernkrieg“ bezeichnet worden. Inzwischen hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass es sich beim Bauernkrieg um die erste Revolution auf dem Gebiet des heutigen Deutschland (und Österreich) handelt. Dabei werden vor allem die Forderungen nach Grundrechten gegenüber der Willkür der Grundherren und Landesherren als ein Vorläufer der demokratischen Forderungen nach einer Verfassung im 18. und 19. Jahrhundert gesehen. Historiker haben deshalb die alternative Bezeichnung „Revolution des gemeinen Mannes“ vorgeschlagen.

Im 19. Jahrhundert galt Thomas Müntzer bei vielen Historikern als ein fanatischer „Mordprophet“, der Bauernkrieg war ein negatives Ereignis, das „glücklicherweise“ gescheitert sei. Im Laufe des 20. Jahrhunderts sahen immer mehr Historiker in Thomas Müntzer den ersten demokratischen Fürsprecher für Freiheit und Gleichheit in Deutschland und den Bauernkrieg als eine „frühbürgerliche Revolution“.  Die Ansicht, dass es sich beim Bauernkrieg um die erste Revolution auf dem Gebiet des heutigen Deutschland (und Österreich) handelte, hat sich heute durchgesetzt. Dabei werden vor allem die Forderungen nach Grundrechten gegenüber der Willkür der Grundherren und Landesherren als ein Vorläufer der demokratischen Forderungen nach einer Verfassung im 18. und 19. Jahrhundert gesehen. Die Aufstände der Bauern waren in erster Linie von ihren zeitgenössischen Gegnern als „Bauernkrieg“ bezeichnet worden. Historiker haben deshalb die alternative Bezeichnung „Revolution des gemeinen Mannes“ vorgeschlagen.

Bis ins 20. Jahrhundert herrschte die Auffassung, dass die „Revolution des gemeinen Mannes“ in einer vollständigen Niederlage für die Bauern geendet habe. Inzwischen wurde durch historische Forschungen herausgefunden, dass es auch einige Verbesserungen für Bauern gegeben hat. Im süddeutschen Raum wurden die erdrückend hohen Erbschaftssteuern verringert und das Recht auf freie Heirat gewährt.