1848 – ein politischer Frühling in Europa

Veröffentlicht: 7. Mai 2013 in 19. Jahrhundert, Geschichte 3. Kl
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>>> Die Märzrevolution 1848 – Fragen und Antworten als PDF

>>> Fragen und Antworten zum „Wiener Kongress“ und dem System Metternich als PDF

>>> Link zum Quiz „1848 – Märzrevolution“

>>> Link zur Dokumentation über „Robert Blum und die Revolution 1848“ (ca. 43 Minuten)

Im Februar und März 1848 kam es in Frankreich, in den deutschen Staaten (= Preußen – Berlin, Sachsen – Leipzig,…) und in Österreich-Ungarn zu Revolutionen. In den Jahren vor 1848 hatte sich durch die industrielle Revolution die soziale Situation für viele Menschen verändert: Arbeitslos gewordene Handwerker und Arbeit suchende Menschen vom Land arbeiteten in den neu entstandenen Fabriken oft mehr als 14 Stunden pro Tag für Hungerlöhne.Im „System Metternich“ wurden Arbeiter_innen und Handwerker, die sich für die Verbesserung ihrer Lage (= z.B. für höhere Löhne, mehr soziale Gerechtigkeit) einsetzen wollten, ins Gefängnis gesteckt: Deshalb lehnten immer mehr Arbeiter_innen und Handwerker das „System Metternich“ ab und forderten Versammlungsfreiheit (z.B. Gründung von Gewerkschaften) ebenso wie leistbare Lebensmittel.

Für diese neu entstandene bzw. noch im Entstehen begriffene Klasse der Arbeiter_innen interessierte sich eine Gruppe v.a. aus Deutschland vor politischer Verfolgung Geflohener in Paris. Sie veröffentlichten im Februar 1848 das „Manifest der Kommunistischen Partei“, das v.a. vom damals 30-jährige Karl Marx verfasst worden war. Es sollte allerdings erst später in der entstehenden Arbeiter_innenbewegung eine wichtige Rolle spielen. >>> Link zum „Manifest der kommunistischen Partei“ beim Projekt Gutenberg

Auch viele Menschen aus dem Bürgertum (Bourgeoisie = Bildungsbürgertum und Unternehmer) wollten sich die politische Unterdrückung im „System Metternich“ nicht mehr gefallen lassen. Deshalb forderten sie die Wahl eines gesetzgebenden Parlaments und eine demokratische Verfassung, die politische Freiheiten wie die Pressefreiheit garantierte.

Am 13. März endete mit einer Demonstration von Bürgerlichen, Studenten und Arbeiter_innen in der Wiener Herrengasse die Ruhe des „Biedermeier“. Kaiser Ferdinand befahl dem Militär, die Demonstration mit Schusswaffen und Artillerie anzugreifen. Die versuchte militärische Unterdrückung führte aber zu noch mehr Unruhen in den Wiener Vorstädten.

Gedenktafel auf der Fassade des Cafe Griensteidl in der Herrengasse in Wien.

Im Laufe des Jahres 1848 kam es zu einigen Veränderungen:

  •  Metternich trat als österreichischer Staatskanzler zurück = Jubelstimmung in der Bevölkerung
  •  Pressefreiheit wurde eingeführt und die Zensur aufgehoben
  •  Politische Mitbestimmung, allerdings nur für vermögende Staatsbürger (= v.a. Unternehmer)
  •  Befreiung der Bauern aus der Untertänigkeit (= Abhängigkeit) des adeligen Grundherren
  •  Kaiser Ferdinand dankte ab, der 18-jährige Franz-Joseph wurde neuer Kaiser

Viele Revolutionäre forderten die Umwandlung des „Deutschen Bundes“ in eine einheitliche deutschen Staat mit einer demokratischen Verfassung, die Unternehmer forderten v.a. die Aufhebung aller Zollschranken, d.h. einen größeren Binnenmarkt für den Verkauf ihrer Waren. Die – erstmals von der Bevölkerung gewählten – Abgeordneten der „deutschen Nationalversammlung“ arbeiteten in Frankfurt eine Verfassung mit demokratischen Grundrechten für alle Staatsbürger aus. Der preußische König Friedrich Wilhelm lehnte die Einschränkung seiner Macht durch eine Verfassung (= konstitutionelle Monarchie) ab und wollte keine Krone von „Volkes Gnaden“.

In den nicht-deutschsprachigen Gebieten der Habsburgermonarchie forderten viele Menschen neben der Presse- und Versammlungsfreiheit auch nationale Rechte (z.B. Unterricht in der Muttersprache). Radikale in Ungarn forderten eine unabhänigige Republik Ungarn.Die Revolution in Ungarn wurde mit Hilfe der vom Kaiser zu Hilfe gerufenen Truppen des russischen Zaren in Blut ertränkt. Hunderte Anführer der Revolution wurden hingerichtet. Nachdem sich die absolutistische Herrschaft durchgesetzt hatte, flüchteten in den Jahren nach 1848 hunderttausende Deutsche (und Österreicher) vor politischer Unterdrückung und sozialem Elend in die USA.

>>> Die Versammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848 – ein Radiobeitrag (20 Minunten)

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