Wie aus der römischen Republik ein Kaiserreich wurde

Veröffentlicht: 12. März 2013 in Gesellschaft, Oberstufe, Staat und Recht
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  •  AUFGABENSTELLUNGEN I

A.) Fasse zusammen, wie im folgenden Crash Course World History #10 die Ursachen für das Ende der Republik und die Entstehung des Kaiserreichs dargestellt werden.

B.) Vergleiche die Darstellung Caesars im Crash Course World History #10 mit derjenigen in den Unterlagen „Machstrukturen und Herrschaftsformen: Antikes Rom und die USA“. Worin bestehen die größten Unterschiede? Welche Gemeinsamkeiten sind vorhanden?

  • AUFGABENSTELLUNG II:
A.) Fasse zusammen, wie im folgenden Crash Course World History #11 die Entstehung des Christentums dargestellt wird.
B.) Vergleiche die Darstellung im Crash Course World History #11 mit derjenigen in den „Thesen zur Entstehung des Christentums in der Antike“ und arbeite wichtige Unterschiede und Gemeinsamkeiten heraus!

 Shakespeare’s „Julius Caesar“: Mark Anthony’s speech after Caesar’s death

Der Ständekampf zwischen Patriziern und Plebejern
Der „Ständekampf“ zwischen Plebejern und Patriziern
Der Historiker Livius (engl. Livy) war ein Zeitgenosse des ersten römischen Imperators Augustus (bis 14 n. Chr.). Er schildert in seinem Buch „Ab Urbe Condita“ den Kampf zwischen Patriziern und Plebejern.„Es war eine Feindschaft entbrannt zwischen Vätern (= Patriziern) und Volk (= Plebs), vor allem wegen der Bürger, die in Schuldhaft geraten waren“
In der Zeit um 500 v. Chr. befand sich Rom wiederholt im Krieg mit benachbarten Bevölkerungen, den Volskern und den Sabinern. Eines Tages passierte folgendes:
„Auf das Forum kam ein alter Mann, […] seine Kleider waren zerschlissen [kaputt] und sein Aussehen ausgezehrt [abgemagert]. Die Menge erkannte ihn aber trotz seines Aussehens. Es hieß, er sei in der Armee Hauptmann gewesen. Man erzählte voller Mitleid im Volk, was er für Heldentaten im Krieg vollbracht habe Als Soldat im Krieg gegen die Sabiner habe er seine Ernte eingebüßt. In dieser Zeit sei auch noch eine Kriegssteuer erhoben worden, die er nur bezahlen konnte, indem er Schulden machte. Seinen ganzen verbliebenen Besitz, Haus und Hof, habe er als Sicherheit gegeben. Schließlich sei er [zahlungsunfähig] in ein Arbeitshaus gesteckt worden, wo man ihn folterte. Nach diesem Bericht erhob sich ein allgemeiner Aufruhr: Alle Schuldpflichtigen, mit und ohne Fesseln, stürzten von allen Seiten ins Freie und erflehten den Schutz ihrer Mitbürger.“
Die Plebejer forderten, dass zukünftig…
 Auch die plebejischen Soldaten an der Kriegsbeute beteiligt werden
 Die Kriegsdienst leistenden Plebejer prinzipiell nicht in Schuldknechtschaft gehalten werden dürfen
 Das Hab und Gut der Soldaten vor Beschlagnahme sicher sein soll
Da die Patrizier im Senat nicht bereit waren, diese Forderungen zu erfüllen wählten die Plebejer zunächst folgende Protestform:
„Die Plebejer weigerten sich, sich zu den Fahnen (zum Kriegsdienst) zu melden. Sollen doch diejenigen, die die Kriegsbeute einheimsen, zu den Waffen greifen. Wir müssen auf den Schlachtfeldern für die Freiheit und Herrschaft Roms unser Leben aufs Spiel setzen, aber zu Hause werden wir von den eigenen Mitbürgern in Schuldknechtschaft) gehalten.“
Zur Lösung der Krise wurde sogar ein Diktator ernannt, aber die Forderungen der Plebejer wurden weiterhin nicht erfüllt. Auch die Parabel des Patriziers Menenius Agrippa konnte sie nicht dauerhaft umstimmen.
Die Plebs wählte im Jahr 494 v. Chr. eine neue Methode des Widerstands. Sie verließen die Stadt und zogen auf den Heiligen Berg (Mons sacer). Livius berichtet, dass die Forderungen der Plebejer nach ihrem Exodus von den Patriziern schließlich zum größten Teil erfüllt wurden.
Die Plebejer wählten künftig Männer aus ihrer Mitte sogenannte Volkstribunen. Diese Tribunen sollten einen Schutz darstellen für die Plebejer, wenn diese sich von den patrizischen Regierungsbeamten ungerecht behandelt fühlten.
Die Plebejer schwuren sich, dass jeder, der einen Volkstribunen attackierte, sofort vom Volk getötet werden sollte. Mit dieser Unterstützung im Rücken schritten die Volkstribunen gegen Entscheidungen patrizischer Beamter und des Senats ein, wenn sie der Ansicht waren, dass sie den Interessen der Plebejer widersprachen. Die Volkstribunen erkämpften sich damit das Veto-Recht (von lateinisch veto = ich verbiete). Mit einem Veto konnten sie Entscheidungen der Konsuln und des patrizischen Senats beeinspruchen.
Die Volkstribunen konnten auch eine Volksversammlung einberufen, ein Concilium Plebis. In dieser Volksversammlung konnten die Plebejer Gesetze beschließen, sogenannte Plebiszite.
Im 5. Jahrhundert wurden die bis dahin nur mündlich überlieferten rechtlichen Grundsätze auf Wunsch der Plebejer erstmals auf zwölf Tafeln schriftlich festgehalten und öffentlich zugänglich gemacht. Das Zwölf Tafel Gesetz enthielt vor allem zivilrechtliche Bestimmungen, so die Rechte des Gläubigers gegenüber seinen Schuldnern aber auch die Bestimmung, dass ein Patron (= Gläubiger) seinen Klienten (= Schuldner) nicht betrügen darf.
Der größte Military-Coinage-Slavery-Complex der Geschichte

Im dritten Jahrhundert v. Chr. begann Roms Aufstieg zur militärischen Großmacht mit den – insgesamt drei – Punischen Kriege (zwischen 264 v. Chr. und 146 v. Chr.) Die Punier (= Phönizier) beherrschten von der Hafenstadt Karthago (im heutigen Tunesien) aus das gesamte westliche Mittelmeer. Karthago war zur wichtigsten Handelsstadt der Phönizier (Römisch: Punier), weil viele phönizische Städte im Zuge der Eroberungen Alexanders im 4. Jahrhundert v.Chr. gelitten hatten (z.B. Tyros).
So wie die Phönizier im Nahen Osten auf dem Gebiet des eroberten Persischen Reichs von Alexanders Militärmacht besiegt und geplündert wurden, so wurde auch die Handelsstadt Karthago von den Römern besiegt. „Unser Handwerk ist das, die gewerbetätigen Völker zu besiegen und sie uns tributpflichtig zu machen; beharren wir also in dem Kampfe, der uns zu ihren Herren erhebt“, erklärte der römische Senat, als er die Fortsetzung des Krieges gegen Karthago beschloss.

Damit lösten die Römer das Reich Alexanders des Großen als größten „Military-Coinage-Slavery-Complex“ der Geschichte ab. Nach dem Tod von Gaius Julius Caesar im Jahr 44 v. Chr. war Rom nicht nur die unangefochtene Weltmacht, sondern es wurde auch zu einem Kaiserreich.

 

Die soziale Frage und die Einkommens- und Vermögensverteilung

Plebejer kämpfen als wehrpflichtige Staatsbürger und Soldaten u.a. in den punischen Kriegen. Rom besiegt die Punier (146 v. Chr.) und wird zum Weltreich.
Die Plebejer müssen die Kosten für die Ausrüstung selbst tragen. Viele plebejische Bauern können während der Feldzüge jahrelang ihre Bauernhöfe nicht bewirtschaften und gehen bankrott.
Mit den militärischen Siegen steigt auch die Zahl der Sklaven, die überwiegend von Patriziern als billige Arbeitskräfte gekauft werden. Für den rentablen Einsatz der Sklaven in der Landwirtschaft benötigen die Patrizier immer größere Flächen.
Um diesen „Landhunger“ zu stillen, übernehmen die Patrizier die Bauernhöfe der Plebejer sowie – illegal – große Flächen des Staatslandes. Auf den Latifundien (= Großgrundbesitz) arbeiten Sklaven.
Bankrotte Plebejer bleiben römische Staatsbürger, werden aber zu besitzlosen und erwerbslosen Proletariern und wandern nach Rom.

Soziale Frage und Umverteilungspolitik als politische Themen

Die „Popularen“ setzten sich seit dem 2. Jahrhundert v. Chrl für ein Programm der Umverteilung von Land an die Proletarier bzw. an die Veteranen ein

Die Agrarreform der Gracchen

Tiberius Gracchus und sein Bruder Gajus suchten eine Lösung für das Problem der Verarmung der Plebejer, die ihre Bauernhöfe verloren hatten und als besitzlose Proletarier (= proletarii) in Rom lebten. Dabei verfolgten sie auch die Absicht, die vom Untergang bedrohte Klasse der freien Bauern, den sogenannten „Bauernstand“, wiederherzustellen. Tiberius Gracchus war 134 v. Chr. zum Volkstribun gewählt worden mit dem Versprechen, den ager publicus [= die Staatsländereien] zu Gunsten der armen Plebejer umzuverteilen. Sein Gesetzesvorschlag für ein Agrargesetz sah eine Beschränkung der Aneignung der Staatsländereien vor, wie sie eigentlich schon ein älteres Gesetz, die „Lex Hortensia“ vorgesehen hatte (= 500 Morgen pro Staatsbürger). Widerrechtlich in Besitz genommenes Land des ager publicus sollte aufgeteilt und an Besitzlose (Proletarier) umverteilt werden. Jede Familie sollte einen unveräußerlichen Hof von 30 Morgen erhalten. Die als Bauern wiederangesiedelten Proletarier sollten bei der Anschaffung des Inventars von staatlicher Seite unterstützt werden.

Caesars Landreform:
170.000 Proletarier erhalten den Grund und Boden eines Bauerngutes. Die Maßnahme wird durchgesetzt gegen das Veto seines Konsul-Kollegen. Dadurch Halbierung der Zahl der besitzlosen Proletarier in Rom.
Caesars Sozialpolitik:
Geldgeschenke und Verteilung von gratis Getreide an Proletarier
Caesars „Provinzpolitik“ (als Statthalter von Hispania und Eroberer von Gallien):
Schuldnerschutz für die Provinzbewohner: Ein römischer Gläubiger darf nicht mehr als zwei Drittel des Einkommens seines Schuldners (= Provinzbewohner) beschlagnahmen.
Die Steuerabgaben der Provinzbewohner an Rom…
• werden fixiert
• werden von eigens dafür bestellten und vom Staat bezahlten Beamten eingetrieben
VORHER: Steuerpächter holen in den Provinzen so viel an Abgaben, wie sie bekommen können. Ziel: Möglichst hohen Profit zu erhalten.
Optimaten (Cicero):
Die Regierung eines Staates hat die Aufgabe, das Eigentum (der Reichen) zu schützen gegen die Ansprüche der Armen.

Soziale Frage und das Militär

Seit der Heeresreform von Marius (1. Jhd. vor Christus): Arbeits- und besitzlose Proletarier werden zu Berufssoldaten im römischen Heer. Das römische Heer wird zu einer Berufsarmee.
Nicht-römischen Soldaten (z.B. Caesars Gallier aus Norditalien) haben die Aussicht darauf, die römische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Alle Veteranen werden römische Staatsbürger. Das römisches Bürgerrecht bringt materielle und rechtliche Vorteile, insbesondere die Chance auf ein Bauerngut als Pension.
Politische Auswirkungen der Heeresreform: Der politische Einfluss der Feldherren erhöhte sich. Die Soldaten fühlten sich meist ihren (erfolgreichen) Feldherren mehr verpflichtet als der Republik.
Die Heerführer hatten die Aufgabe, nach dem Krieg die Versorgung ihrer besitzlosen Veteranen mit Land politisch durchzusetzen.
Die Optimaten im Senat waren mehrheitlich gegen die Verteilung von Land an die Veteranen, da sie die Macht der erfolgreichen Feldherren (Crassus, Pompejus, Caesar) fürchteten.
Dadurch wurden die Heerführer gewissermaßen zu Patronen ihrer Soldaten im Kampf um die Pensionsversorgung, die Soldaten wurden ihrerseits zu eingeschworenen Klienten der Feldherren.


Soziale und wirtschaftliche Situation der Politiker und Wahlkampfkosten

Konsuln und Senatoren sind ursprünglich reiche Patrizier. Selten schafft ein Plebejer als „homo novus“ den Aufstieg, z. Bsp. der Heerführer Marius (1. Jhd. v. Chr.)
Zahlreiche Kandidaten für das Konsulat müssen sich notwendiges Kapital für ihre Wahlkämpfe von Geldgebern vorschießen lassen.
Viele (ehemalige) Konsuln sind stark verschuldet. Beispiel Caesar: Schon bei Antritt seines ersten Amtes als Quästor (69 v. Chr.) hatte er mehr als 30 Millionen Sesterzen Schulden.
Ehemalige Konsuln werden dann als Prokonsul (= Statthalter) Chef der Verwaltung einer römischen Provinz.
Dort sanieren sich viele auf Kosten der Provinzbewohner.
Caesar eroberte bei seinem Sieg in Gallien so viel Beutegold, dass der Wechselkurs von Gold gegen Silber von 1:12 auf 1:9 stürzte (= der niedrigste Goldkurs der Geschichte)
MATERIAL: VOLKSTRIBUN TIBERIUS GRACCHUS ÜBER DIE LANDREFORM (134 V. CHR.)

„Die wilden Tiere, die in Italien hausen, haben ihre Höhlen; jedes von ihnen hat seine Lagerstätte, seinen Schlupfwinkel. Nur die Männer, die für Italien kämpfen und zu sterben bereit sind, haben nichts als Luft und Licht. […] Ohne Haus und Wohnsitz müssen sie mit Frauen und Kindern im Lande umherstreifen. Die Feldherren lügen, wenn sie in Schlachten die Soldaten ermuntern, die Grabmäler ihrer Ahnen und Heiligtümer gegen die Feinde zu verteidigen. Denn viele Römer haben keinen eigenen häuslichen Herd mehr und keine eigene Grabstätte ihrer Vorfahren. Nur für den Luxus und den Reichtum anderer müssen sie ihr Blut vergießen und sterben. Sie werden Herren der Welt genannt. Doch in Wahrheit können sie nicht eine einzige Erdscholle ihr Eigentum nennen.“ (Plutarch, T. S. Gracchus)

MATERIAL : SENATOR CICERO ÜBER DIE POLITIK DER LANDUMVERTEILUNG (44 V. CHR.)

Cicero sprach für die der Großgrund- und Sklavenbesitzer im Senat. Sie bezeichneten sich selbst als Optimaten, also die Besten. Sie wendeten sich gegen die Landumverteilung, wie sie von den Popularen (= Volksfreunden) wie z.B. von Gracchus und später von Caesar gefordert wurden.

„Diejenigen, welche Volksfreunde sein wollen und aus diesem Grunde versuchen, den Besitzer aus seinem Eigentum zu vertreiben oder dargeliehenes Geld den Schuldnern nachzulassen, diese erschüttern die Grundfeste des Staates.[…] Denn es ist der eigentliche Zweck des Staates und einer Stadt, dass die Sicherheit des Eigentums frei und unangefochten bleiben soll. Was ist es aber für eine Gerechtigkeit, wenn ein Grundstück, das viele Jahre oder gar Menschenalter hindurch seinen rechtlichen Besitzer gehabt hat, Besitz eines andern wird, der vorher keines hatte, und der es hatte, es verlieren soll? […] Durch den Streit um Landaufteilung richteten sie [die Popularen bzw. die Gracchen] sich selbst zugrunde, so wie sie durch ihre Politik dies eine Volk in zwei Teile gespalten haben, sodass in einer Republik gewissermaßen zwei Senate und – man möchte fast sagen – zwei verschiedene Völker einander gegenüberstehen!“
Cicero, „Von den Pflichten“

MATERIAL: Textquelle in GO! 5, Seite 26

MATERIAL:

Non-Citizen Troops In The U.S. Military
In the decade since the attack of September 11 [2001], the U.S. armed forces have signed up more than 70,000 non-citizen recruits, and those recruits have stayed in the armed forces longer than their citizen counterparts, at a time the military had trouble finding recruits and resultantly relaxed their usual standards.
According to CNA , which studied attrition [Abgang] data from the Defense Manpower Data Center, only 4 percent of non-citizens have been discharged within three months of entering active service, compared to 8.2 percent of citizen enlistees. After three years, 16 percent of non-citizens left before completing initial service obligations, while 28 percent of citizens were able to leave. And the gap increases every four years, with 32 percent of citizens being discharged while only 18 percent of non-citizens were.
“These findings are consistent with the anecdotal evidence we gathered in our interviews of recruiters and non-citizen recruits,” wrote researchers Molly F. McIntosh and Seema Sayala. “The interviews revealed that, relative to citizen recruits, non-citizen recruits generally have a stronger attachment to serving the United States, which they now consider ‘their country,’ and (they) have a better work ethic.”
Because the lower attrition rate helps the military save on recruiting and training costs, the report recommends that the military branches create strategies to recruit more non-citizens, especially with the economy improving and recruiting becoming more difficult. And with falling fertility rates in the U.S., “the only source of net growth in the U.S. recruiting-age population is projected to be immigration,” according to the report.
Immigrants can enlist if they have legal permanent resident status, the education equivalent of a high school diploma, and can speak acceptable English. And in July 2002, President George W. Bush signed an executive order to make any non-citizen recruit eligible for U.S. citizenship after one day of honorable service during times of war. Without citizenship, members cannot gain security clearance, limiting the enlisted slots they can fill.
CNA’s statistics underscore the key role immigrants have in the U.S. military. […] Rather than trying to discourage immigration or barring paths to citizenship for people who want to serve their adopted country, lawmakers and military officials should take this as an opportunity to increase recruitment of immigrants and let them become U.S. citizens.
CNA is the Center for Naval Analyses is a federally funded research and development center (FFRDC) for the Navy and Marine Corps. The Center provides research and analyses services to help improve the efficiency and effectiveness of U.S. national defense efforts.

Quelle: http://thinkprogress.org/justice/2012/01/18/405460/non-citizen-troops-stay-in-the-us-military-longer-than-citizens-according-to-attrition-data [June 2012]

Weiterführende Informationen zu Caesars Politik
Caesars Reformen in der Provinzverwaltung

KARTE_Römisches_Reich_Provinzen

Die Klasse der römischen Kaufleute, die sogenannten „Ritter“ (equites) waren vielfach mit der Steuerpacht in den römischen Provinzen befasst. Dies war ein sehr lukrativer Geschäftszweig. Gegen Bezahlung eines fixen Betrages an die Republik machten sich die Steuerpächter daran, ein Mehrfaches davon in den Provinzen einzutreiben. Dieses Geschäft erforderte jedoch ein gewisses Eigenkapital. Der Kapitalbedarf führte zur Bildung von Gesellschaften, an denen sich auch Senatoren beteiligten, allerdings nur als stille Gesellschafter, schließlich waren ihnen offiziell alle „Handelsberufe“ untersagt. Die Mitglieder des Senatorenstandes als Statthalter und Verwalter der Provinzen sowie die „Ritter“ als Steuerpächter wirkten bei der Plünderung der Provinzen brüderlich zusammen.

Trotz seiner Verschuldung nutzte Caesar im Gegensatz zu vielen anderen römischen Verwaltern seinen Aufenthalt in Spanien nicht dazu, sich finanziell zu sanieren. Im Jahr 70 v. Chr. begann er als Quästor in Spanien damit, die dortige römische Verwaltung auf solide Beine zu stellen und führte einige grundlegende Reformen durch. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern behandelte Caesar die einheimischen Geschäftsleute in der Provinz nicht nur als Untertanen Roms, sondern auch als Geschäftsleute.

Wie die römischen Statthalter in den Provinzen vorgingen, ist in Ciceros Reden gegen den Statthalter Verres dokumentiert. In einem Gerichtsprozess im Jahre 70 v. Chr. wies er Verres nach, dass dieser als Statthalter in Sizilien 40 Millionen Sesterzen geraubt und hinterzogen hatte.

Als Statthalter in Hispania gelang es Caesar, Steuernachlässe für seine Provinz durchzusetzen. Er ließ die Betriebe in den Händen der Einheimischen und fand so einen Modus, durch den die spanische Wirtschaft in den Stand gesetzt wurde, ihre (Steuer-)Schulden auch wirklich zu bezahlen. Caesar erließ eine Verordnung, nach der ein römischer Gläubiger nicht mehr als zwei Drittel des Einkommens seines (spanischen) Schuldners beschlagnahmen durfte. Diese Verordnung war der erste gesetzliche Schutz von Untertanen einer römischen Provinz gegen die Maßlosigkeit der römischen Steuerpächter, im folgenden kurz „Schuldnerschutz“ genannt. Die Senatoren und Steuerpächter empfanden den „Schuldnerschutz“ als einen politischen Schlag in ihr Gesicht, den sie Caesar Zeit seines Lebens nie verziehen. Als Konsul setzte Caesar 59 v.Chr. die lex Julia de repetundis durch, die Provinzgouverneuren die Annahme von Geschenken von mehr als insgesamt 10.000  Sesterzen verbot und die Strafbestimmungen gegen Erpressungen in den Provinzen verschärfte, insbesondere wurde die Verjährung dieser Vergehen aufgehoben. Sallust, den Caesar als Gouverneur im heutigen Algerien eingesetzt hatte, wurde seines Amtes enthoben, nachdem ihm Erpressung nachgewiesen worden war.

In die von ihm in den 50er Jahren v. Chr. eroberte Provinz Gallien ließ Caesar die Steuerpächter gar nicht mehr herein. Caesar stellte die Einhebung der Abgaben in Gallien von der Steuerpacht auf eine schonendere Form der Erhebung um, nämlich auf fix festgesetzte Tribute. Diese Tribute wurden von den ortsansässigen „Behörden“ der einheimischen Stämme selbst eingehoben und abgeliefert. Damit gab es keine Steuerpächter mehr mit einem Freibrief, sich in der Provinz zu bereichern.

Da Caesar mit der Ansiedlung von Proletariern einen der wichtigsten Ausgabeposten des römischen Staates mehr als halbiert hatte, konnte Caesar auch die Abgaben der Provinzen entsprechend mildern. Kurz vor seiner Ermordung hob er in den Provinzen Asia (Kleinasien) und Judaea die verpachteten Zölle und Steuern ebenfalls auf und ersetzte sie durch eine fixe Tributzahlung. Die Feindschaft der Steuerpächter und Senatoren nahm Caesar in Kauf. Dafür begründete er seinen Ruf, die Reichsuntertanen gegen den Wucher der Senatoren und Steuerpächter zu schützen. Dieser Ruf gewann ihm im Bürgerkrieg teilweise sogar die Unterstützung zahlreicher Provinzbewohner.

Infolge seiner Ermordung wurde diese Anordnung nicht mehr ausgeführt. In diesen Provinzen blieben daher die Steuerpächter und ihre räuberischen Vollzugsorgane bis zur Zeit des Augustus erhalten. Es waren übrigens diese Vollzugsorgane der Steuerpächter, die unter der Bezeichnung „Zöllner“ im Neuen Testament den Zorn der Provinzbevölkerung auf sich zogen

Caesars Erbe – das römische Kaiserreich

Nach Caesars Tod kam es erneut zum Bürgerkrieg, in dem sich sein Adoptivsohn Octavianus im Jahr 30 v. Chr. durchsetzte. Darauf erhielt Octavianus den Titel eines „princeps“, eines „ersten Bürgers“. Diesen Titel trugen alle Kaiser nach ihm, weshalb das Kaiserreich auch als Prinzipat bezeichnet wird. Bekannt wurde Octavianus unter seinem Ehrennamen „Augustus“, „der Erhabene“. Dieser wurde ihm ebenso verliehen wie das Amt des Volkstribunen und des Konsuls auf Lebenszeit. Alle Kaiser nach ihm trugen den Titel Imperator (= Befehlshaber) Caesar Augustus.

Die Epoche des römischen Kaiserreichs wird auch als „Pax Romana“ bezeichnet, im Gegensatz zum ersten Jahrhundert v. Chr. gab es für lange Zeit keine Bürgerkriege mehr. Die Grundlagen dafür waren von Caesar gelegt worden. Auf Caesar geht die Ausdehnung des römischen Reichs bis an den Rhein zurück. Von besonderer Bedeutung war die von Caesar durchgesetzte Milderung der Ausbeutung der Provinzen und des Abgabendrucks für die Provinzbewohner. Unmittelbar bezweckte er damit, die besitzenden Schichten der Provinzbevölkerung vor der Ausplünderung durch die Senatoren und Steuerpächter zu schützen. Diese wurden darüber hinaus auch am römischen Bürgerrecht beteiligt. Caesars Maßnahmen zielten auch darauf ab, die Bauernschaft zu erhalten, denn ihr entnahm er seine Rekruten. Caesars Maßnahmen haben ermöglicht, dass die bis dahin von den Römern in erster Linie ausgeplünderten und verheerten Provinzen zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Einheit zusammenwachsen konnten. So spannt sich von Spanien und Portugal bis Rumänien noch heute die Einheit der romanischen Sprachen, und von Lissabon bis Budapest der Einfluss des katholischen Glaubens. Dass Caesar mehr als viele andere zur abendländischen Kultureinheit beigetragen hat, findet seinen Ausdruck auch darin, dass sein Name den Träger der höchsten weltlichen Gewalt bezeichnete, im deutschen Lautwandel als „Kaiser“, im russischen als „Zar“. Beide verschwanden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ohne Caesars politische Weichenstellung würde heute in Rom vielleicht auch kein Papst residieren, dessen Amtstitel schon Caesar führte: der Pontifex Maximus.

ERKURS: SENATOR BERNIE SANDERS ON INCOME AND WEALTH INEQUALITIY IN THE U.S.

Video: https://www.youtube.com/watch?v=VePpQBCbKBw
Today, we live in the richest country in the history of the world, but that reality means little because much of that wealth is controlled by a tiny handful of individuals.
The issue of wealth and income inequality is the great moral issue of our time, it is the great economic issue of our time, and it is the great political issue of our time. America now has more wealth and income inequality than any major developed country on earth, and the gap between the very rich and everyone else is wider than at any time since the 1920s.
The reality is that since the mid-1980s there has been an enormous transfer of wealth from the middle class and the poor to the wealthiest people in this country. That is the Robin Hood principle in reverse. That is unacceptable and that has got to change.
There is something profoundly wrong when the top one-tenth of one percent owns almost as much wealth as the bottom 90 percent.
“Just as the commandment ‘Thou shalt not kill’ sets a clear limit in order to safeguard the value of human life, today we also have to say ‘thou shalt not’ to an economy of exclusion and inequality. Such an economy kills. How can it be that it is not a news item when an elderly homeless person dies of exposure, but it is news when the stock market loses two points?” – Pope Francis
There is something profoundly wrong when 58 percent of all new income since the Wall Street crash has gone to the top one percent.
Despite huge advancements in technology and productivity, millions of Americans are working longer hours for lower wages. The real median income of male workers is $783 less than it was 42 years ago; while the real median income of female workers is over $1,300 less than it was in 2007. That is unacceptable and that has got to change.
There is something profoundly wrong when we have a proliferation of millionaires and billionaires at the same time as millions of Americans work longer hours for lower wages and we have the highest childhood poverty rate of nearly any developed country on earth.
There is something profoundly wrong when one family owns more wealth than the bottom 130 million Americans.
The reality is that for the past 40 years, Wall Street and the billionaire class has rigged the rules to redistribute wealth and income to the wealthiest and most powerful people of this country.
This campaign is sending a message to the billionaire class: “you can’t have it all.” You can’t get huge tax breaks while children in this country go hungry. You can’t continue sending our jobs to China while millions are looking for work. You can’t hide your profits in the Cayman Islands and other tax havens, while there are massive unmet needs on every corner of this nation. Your greed has got to end. You cannot take advantage of all the benefits of America, if you refuse to accept your responsibilities as Americans.

AS PRESIDENT, SENATOR BERNIE SANDERS WILL REDUCE INCOME AND WEALTH INEQUALITY BY:
1. Demanding that the wealthy and large corporations pay their fair share in taxes. As president, Sen. Sanders will stop corporations from shifting their profits and jobs overseas to avoid paying U.S. income taxes. He will create a progressive estate tax on the top 0.3 percent of Americans who inherit more than $3.5 million. He will also enact a tax on Wall Street speculators who caused millions of Americans to lose their jobs, homes, and life savings.
2. Increasing the federal minimum wage from $7.25 to $15 an hour by 2020. In the year 2015, no one who works 40 hours a week should be living in poverty.
3. Putting at least 13 million Americans to work by investing $1 trillion over five years towards rebuilding our crumbling roads, bridges, railways, airports, public transit systems, ports, dams, wastewater plants, and other infrastructure needs. […]

For more: https://berniesanders.com/issues/income-and-wealth-inequality/

[1] Ein „homo novus“, also ein „neuer Mensch bzw. Mann“, war ein Konsul, der nicht aus dem alteingesessenen patrizischen Amtsadel stammte. Seine Vorfahren waren also nicht auch schon Konsuln und Senatoren gewesen

[2] Standesdünkel ist eine Einstellung von Menschen, die annehmen, besser zu sein als Menschen aus anderen sozialen Gruppen. Sie fühlen sich überlegen, weshalb sie auf die Menschen aus „niederen“ Ständen (z.B. „Prolos“) herabblicken. Menschen mit Standesdünkel behandeln Mitglieder der „niederen“ Schichten oft auf diskriminierende Art und Weise. Dieses Phänomen wird heute in Anlehnung an Begriffe wie „Rassismus“ oder „Sexismus“ oft als „Klassismus“ bezeichnet.

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